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Festspiele Erl: Bewährtes zum Beginn der Post-Kuhn-Ära

Die Tiroler Festspiele Erl starten in die Nach-Gustav Kuhn-Ära – und setzen in der Wintersaison 2019/2020 auf ein bewährtes Programm. Im Bereich Oper werden „Rusalka“ von Antonin Dvorak und „L’elisir d’amore“ von Gaetano Donizetti dargeboten, kündigte der mit 1. September neue künstlerische Leiter, Bernd Loebe, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Erl an.

Bis zu Loebes Amtsantritt sollen zudem zwölf Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur des Festspielhauses, unter anderem in die Verdoppelung des Lagerraums, fließen, ließ Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner wissen, der gleichzeitig bekannt gab, dass sich am bisherigen Budget nichts ändern werde. „Wir halten es wie bisher“, so Haselsteiner: „Wir sind zwar nicht Salzburg oder Verona, aber wir können mit unserem Budget gewährleisten, dass Niveau und Qualität passen“.

Loebe versprach für den Winter (26. Dezember bis 6. Jänner) ein Programm, das „nicht alles auf den Kopf stellt“. Er wolle „Publikumsvertrauen aufbauen“, so der Leiter der Frankfurter Oper. Abseits der Opern, gelang es diesmal, den bekannten britischen Pianisten Paul Lewis nach Erl zu locken. An zwei Klavierabenden wird sich dieser intensiv der Musik von Ludwig van Beethoven widmen. Auch die Osttiroler Musicbanda Franui als Erl-Dauergäste sowie das Silvesterkonzert, bei dem Musik des Operetten-Meisters Emmerich Kalman dargeboten wird, dürften die Besucher in die Unterländer Gemeinde locken. Vor der Wintersaison steht zudem wieder ein „Erntedank-Programm“ (4. bis 6. Oktober) an. Loebe kündigte dahingehend ein „normales Symphoniekonzert“ an, bei dem unter anderem Werke von Jean Sibelius zu hören sein werden.

An der Erl-Tradition des Neujahrskonzertes will Loebe indes festhalten, wenngleich auch unter verändertem Vorzeichen. „Ich will dieses aus der Ecke Wiener Walzer herausholen“, versprach der Neo-Intendant. Diesmal werden Hauptwerke der beiden großen tschechischen Komponisten Antonin Dvorak und Bedrich Smetana erklingen. Am Pult stehen und das Orchester der Festspiele dirigieren, wird Karsten Januschke.

In der Chefdirigenten-Frage stehen in der anbrechenden Loebe-Ära größere Veränderungen an. Anders als unter der künstlerischen Leitung von Gustav Kuhn wird Loebe nicht selbst den Taktstock schwingen, sondern das Dirigentenpult verschiedensten Dirigenten überlassen. „Ich sehe das auch als Chance für das Orchester vor Ort“, sagte Loebe .“Es kann sein, dass dieses dadurch noch vielseitiger wird“, fügte er hinzu. Dass es in Zukunft dennoch einen Chefdirigenten geben könnte, schloss er aber nicht aus. „So etwas muss sich aber regelrecht aufdrängen“, meinte Loebe.