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EZB will Licht in Schattenbanken-Sektor bringen

EZB-Chef Jean-Claude Trichet dringt auf eine strikte Überwachung des Schattenbanken-Sektors. „Wir müssen sicherstellen, dass strengere Regeln für die Banken keine Anreize dazu bieten, ihre Geschäfte in unregulierte Bereiche auszulagern“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am 23. März laut Redetext auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt.

Zugleich sei auch die Frage der systemrelevanten Banken noch nicht gelöst. Bisher sei ungefähr die Hälfte des Weges bei den Finanzreformen geschafft, die angesichts der Krise notwendig geworden seien. „Es bleibt aber noch viel zu tun.“ Die Reform von Aufsicht und Regeln des Finanzsektors auf internationaler Ebene sollte nach Auffassung von Bundesbank-Präsident Axel Weber zugleich nicht zu starr ausfallen. „Die Verschiedenartigkeit der nationalen Strukturen erfordert es geradezu, ein gewisses Maß an Flexibilität zu lassen“, sagte Weber laut Redetext auf der Konferenz. Es gelte bei dieser Aufgabe eine Balance herzustellen zwischen Einheitlichkeit und Subsidiarität.

Regulierung des Schattenbanken-Sektors

Derzeit wird innerhalb der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer intensiv über eine Regulierung des Schattenbanken-Sektors diskutiert. Zudem geht es darum, in einem ersten Schritt systemrelevante, global tätige Finanzinstitutionen (SIFIs) zu identifizieren und ihnen ein passendes Regelwerk zu verordnen. Bereits auf den Weg gebracht wurden von der G-20 Ende vergangenen Jahres die neuen Eigenkapitalregeln Basel III für Banken.

„Auf allgemeiner Ebene gibt es keine Zweifel, dass es in allen drei Bereichen eines international harmonisierten Ansatzes bedarf“, forderte Weber. Andererseits müssten einheitliche internationale Regeln mit unterschiedlichen nationalen Strukturen in Einklang gebracht werden.

Bei der Reform der Aufsicht und des Regelwerks für den Finanzsektor spielen nach Webers Worten naturgemäß die Zentralbanken eine wichtige Rolle. „Wo immer Zentralbanken mit der Finanzaufsicht befasst sind, ist es zwingend erforderlich, dass dies nicht ihre Unabhängigkeit berührt und die Erfüllung ihrer zentralen Aufgabe, nämlich die Sicherung der Preisstabilität.“

(APA/ag)