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Arbeitsmarktindex: Österreich steht gut da

Die Arbeiterkammer hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsforschungsinstitut einen neuen Arbeitsmarktindex entwickelt. Eine Analyse der Zahlen aus dem Krisenjahr 2008 (aktuellere, vergleichbare und EU-weite Zahlen liegen laut AK nicht vor) zeigen, dass Österreich im europäischen Vergleich recht gut dasteht – allerdings mit den bekannten Problemen.

Musterknaben sind einmal mehr die nordischen Länder, angeführt von Dänemark. Aufsteiger ist Slowenien, so Kammer und Wifo Dienstagabend vor Journalisten. Österreich sei insbesondere in der Leistungskraft und der Integrationsorientierung des Arbeitsmarktes im europäischen Vergleich im Spitzenfeld aufgestellt. Auch im Hinblick auf die Sozialstaatsaktivitäten liege die Republik vorne. Ungünstiger ist das Ergebnis bei der Verteilung der Erwerbseinkommen (oberes Mittelfeld) und insbesondere bezüglich der Zugangsgerechtigkeit und den Verbleibchancen (unteres Mittelfeld).

„Auffallend ist dabei, dass vor allem Mängel in der Betreuungssituation, die deutlich geringere Entlohnung von Frauen gegenüber Männern, die gesundheitliche Lage der Beschäftigten und die im Vergleich zu den Spitzenländern niedrigere Beschäftigungsquote der Älteren sich negativ auf die Positionierung Österreichs auswirken“, so die Studienautoren. Fazit von Josef Wallner, Leiter der Arbeitsmarktabteilung der AK Wien: „Eine aktive Arbeitsmarktpolitik muss in die Qualität gehen, Massenschulungen nutzen nichts.“ Größter Problembrocken für Sozialpartner und Regierung sei die geringe Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer.

Der Index soll nicht nur die Arbeitslosenquote erfassen, sondern auch die realen Erwerbschancen. „Jedes Land hat seinen eigenen politischen und institutionellen Hintergrund, seine eigenen Herausforderungen, Stärken und Schwächen“, hieß es dazu. Es wurden fünf Bereiche identifiziert, welche verschiedenste arbeitsmarktrelevante Perspektiven beleuchten: Die allgemeine Leistungskraft des Arbeitsmarktes, die Integrationsorientierung des Erwerbsystems, die Zugangsgerechtigkeit und die Verbleibchancen, die Verteilung der Erwerbseinkommen sowie die Verteilung durch den Sozialstaat.

(APA)