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Ruderin Lobnig vor Heim-WM noch nicht in Top-Verfassung

Ruder-Hoffnung Magdalena Lobnig ist am Donnerstag in die Heim-WM eingetaucht. Am Vormittag erfolgte die Anreise der 29-Jährigen nach Ottensheim, wo es für sie am Sonntag mit den Vorläufen im olympischen Einer losgeht. Steht sie eine Woche danach im Finale, hätte sie neben der Medaillenchance auch den Olympia-Quotenplatz für Tokio 2020 fix. Die unmittelbare WM-Vorbereitung war aber beeinträchtigt.

Nach zehntägiger Einnahme durfte Lobnig ein Antibiotikum zur Bekämpfung einer Nebenhöhlenerkrankung erst vor rund einer Woche absetzen, seither streute sie diverse Belastungen in ihren Trainings ein. „Gestern habe ich noch lockere Sprints und Starts absolviert“, berichtete die Kärntnerin der APA – Austria Presse Agentur über ihre heimatliche Mittwoch-Einheit. Noch fehle etwas auf ihre Top-Verfassung: „Es läuft noch nicht so, wie ich mir das vorstelle.“

Am Freitag wolle sie ein paar Belastungen absolvieren, ersten Aufschluss über ihre Verfassung werde aber erst der Vorlauf geben. „Ich brauche zwei Rennen, damit ich wieder reinfinde in mein System. In einem Training kommst du nie in so einen Bereich wie in einem Wettkampf.“ Trotz erst überstandener Erkrankung sollte der Aufstieg im Heat kein zu großes Problem darstellen. Je Lauf kommen zwei Aktive weiter. Lobnig, sich ihrer Stärke bewusst: „Das wird nicht so unangenehm werden.“

Jedenfalls werde ihr dieser WM-Einstieg schon gute Rückschlüsse geben. „Wir werden dann sehen, wie die Maschine läuft“, sagte Lobnig. Ihr Ziel sei, auf dem Weg ins Finale so wenig wie möglich Energie zu verwenden. Dass das kein Spaziergang werde, sei ihr klar. „Schon das Viertelfinale wird ein Knüller“, ist sich die Europameisterin 2016 bewusst. Sie wolle sich nicht nervös machen lassen, sollten andere klar schnellere Zeiten fahren. „Ich werde mich herantasten, wie weit ich gehen kann.“

Ein gutes Zeichen für die Gesamtweltcupsiegerin 2017 sei, dass die Pulsfrequenz bei den Belastungen allmählich heruntergehe. Damit sollten die Voraussetzungen gegeben sein, um das vor der Erkrankung gute Training wieder abzurufen. „Der Speed hat da gezeigt, dass ich wirklich schnell bin“, berichtete die zuletzt zweifache WM-Dritte von den Juli-Einheiten. „Es ist körperlich und technisch sehr gut gelaufen.“

Zuversichtlich mache sie auch, dass sie als sehr schnellkräftiger Typ in der Regel sehr rasch wieder auf der Höhe ist. Der Quotenplatz für die Spiele sei unverändert ihr Minimalziel, dafür ist ein Platz in den Top Neun erforderlich. „Die Medaille ist aber im Hinterkopf, das bleibt das Ziel. Es ist ganz wichtig, dass man weiß, wofür man am Start steht. Aber erst einmal ins Finale kommen und den Olympia-Quotenplatz absichern.“

Nervliche Belastung aufgrund der Heim-Titelkämpfe erwartet die Völkermarterin keine, momentan sei ihr diesbezüglicher Rucksack ziemlich leicht. „Prinzipiell kann ich mit Druck gut umgehen. Ich habe auch eine gewisse Erwartungshaltung an mich selbst. Das hilft mir, am Knackpunkt zu performen“, erklärte Lobnig. „Wenn es darauf ankommt, fahre ich am letzten Zacken. Darauf setze ich. Aber zuerst muss ich langsam wieder reinfinden und mich von Rennen zu Rennen steigern.“

Am Donnerstag traf Lobnig nach Wochen wieder mit ihrem derzeitigen Haupttrainer Carsten Hassing zusammen. Von der Zusammenarbeit mit dem ÖRV-Chefcoach habe sie profitiert. „Ich habe technisch einiges dazugelernt. Aus der Krise ist eine große Chance entstanden“, bezog sich Lobnig auch auf die Beendigung der jahrelangen Kooperation mit Kurt Traer. „So viel technisches Feedback hatte ich bisher nicht bekommen. Da habe ich mich weiterentwickelt.“

Freilich müsse sich ein neuer technischer Ansatz langfristig stabilisieren, was u.a. von der körperlichen Verfassung abhänge. „Man fällt relativ schnell ins alte Muster zurück, das muss man rauskriegen.“ Wie es punkto Trainer in der Olympia-Saison weitergehe, sei noch nicht entschieden. Für Jänner und Februar werde sie eine Einladung nach Texas annehmen, um mit der Olympia-Zweiten Genevra Stone zu trainieren. „Das wird meinem Kopf weiterhelfen, um den Winter zu überbrücken.“