Österreich richtet den Blick auf das nächste Tourismusjahrzehnt mit einer Strategie, die weit über das Anlocken zusätzlicher Gäste hinausgeht. Statt Rekorde bei Ankünften zu jagen, setzt der neue Vision-T-Rahmen bis 2035 auf mehr Nachhaltigkeit, Ausgewogenheit und Mehrwert für alle Beteiligten.
Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner hat die Strategie im historischen Schloss Schönbrunn in Wien vorgestellt, wo sich mehr als 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Interessensgruppen zum offiziellen Start versammelten.
Vision T ist unsere gemeinsame Vision für die Zukunft…. Unser Ziel ist es, Österreich bis 2035 zu einem der nachhaltigsten, erfolgreichsten und wertvollsten Tourismusziele der Welt weiterzuentwickeln
Elisabeth Zehetner
Vision T gibt die langfristige Richtung vor
Die große Beteiligung zeigt die breite Unterstützung für die Initiative und wie eng der Tourismus mit den größeren Debatten der österreichischen Politik und den langfristigen Prioritäten des Landes verknüpft ist. Florian Danner moderierte die Präsentation, während die Tourismusstudierenden Sarah und Filip die nächste Generation von Fachkräften vertraten. Ihre Beteiligung unterstrich, wie heutige Entscheidungen die Arbeitswelt von morgen prägen, eine Botschaft, die auch die laufenden Diskussionen über Bildungspolitik in Österreich widerspiegelt.
Vision T ist die erste einheitliche Tourismusstrategie des Landes mit Horizont 2035. Statt vor allem auf Besucherzahlen oder saisonale Spitzen zu schauen, soll das ganze Jahr über Wert geschaffen werden. Ziel ist es, Unternehmen, Beschäftigte, Regionen, Gäste und lokale Gemeinschaften zu stärken und zugleich den Druck auf besonders beliebte Ziele zu verringern.
Zehetner sagte, die Strategie sei aus einem breiten Austausch im Tourismussektor hervorgegangen, nicht aus einem Top-down-Regierungsansatz. Sie beschreibt Vision T als gemeinsamen Fahrplan, um die Position des Landes als eines der nachhaltigsten und wertvollsten Tourismusziele der Welt zu festigen. Dieser Anspruch fügt sich in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs ein, in der der Tourismus weiterhin ein wichtiger Motor für Wachstum und Beschäftigung ist.
Die drei Säulen von Vision T
Drei Grundprinzipien stehen im Zentrum des Rahmens. Wertschöpfung fokussiert darauf, den wirtschaftlichen Beitrag der österreichischen Tourismusbranche zu stärken und ihre langfristige Resilienz zu erhöhen. Wertschätzung betont den Schutz von Landschaften, Kulturerbe und lokaler Identität.
Werterhaltung führt diesen Ansatz in die Zukunft, indem sichergestellt wird, dass diese Werte durch nachhaltige Tourismuspraktiken bewahrt bleiben. Diese Schwerpunkte dürften auch in der künftigen Berichterstattung zur österreichischen Politik eine Rolle spielen, wenn die Strategie voranschreitet.
Für Reisende dürfte der größte Unterschied ein stärkerer Fokus auf Ganzjahrestourismus sein. Das Land will die Nachfrage gleichmäßiger über das Jahr verteilen, statt stark auf Wintersport und Sommerurlaube zu setzen.
Ein stetigerer Besuchsfluss kann den Druck auf Hotspots verringern und Gästen zugleich mehr Möglichkeiten geben, das ganze Jahr über lokale Traditionen, Natur und kulturelle Veranstaltungen in Österreich zu erleben.
Österreichs Tourismuszukunft messen
Vision T enthält auch klare Ziele zur Erfolgsmessung. Die Regierung möchte den Akzeptanzsaldo des Tourismus von plus 37 auf plus 40 Prozentpunkte steigern, was eine stärkere öffentliche Unterstützung signalisiert.
Ein weiteres Ziel ist, den Anteil der Nächtigungen außerhalb der vier stärksten Tourismusmonate von rund 53 Prozent auf über 60 Prozent zu erhöhen. Das würde mehr Stabilität für Unternehmen, Beschäftigte und regionale Volkswirtschaften bringen und zugleich die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich unterstützen.
Die Strategie befindet sich bereits in der Umsetzungsphase. Tourismuspartner im ganzen Land arbeiten zusammen, mit regelmäßigem Monitoring, stufenweiser Einführung und Anpassungen bei veränderten Rahmenbedingungen. Dieser kollaborative Ansatz soll Vision T flexibel halten und zugleich die langfristigen Ziele im Blick behalten.
Wie Erfolg bis 2035 aussieht
Vielleicht liegt die größte Veränderung darin, wie Erfolg definiert wird. Frühere Tourismuspolitiken belohnten oft hohe Besucherzahlen und starke Saisonalität. Vision T gewichtet stattdessen Nachhaltigkeit, öffentliche Akzeptanz und langfristigen Wert gleich. Das spiegelt eine veränderte politische Landschaft in Österreich wider, in der Resilienz und ausgewogenes Wachstum an Bedeutung gewinnen.
Wenn die Strategie ihre Versprechen einlöst, könnte sie nicht nur verändern, wie das Land Gäste empfängt, sondern auch, wie es seine Gemeinschaften schützt, künftige Kulturveranstaltungen in Österreich unterstützt und den Tourismus weit über 2035 hinaus stark hält.
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