Neue Investitionen in die Biotechnologie unterstreichen weiterhin die wirtschaftlichen Entwicklungen in Österreich, da Investorinnen und Investoren forschungsgetriebene Unternehmen mit langfristigem Wachstumspotenzial unterstützen. Das Wiener Unternehmen Epitome Therapeutics hat sich 4 Millionen Euro gesichert, um seine Plattform für präzise Genexpression voranzubringen. Wer hat die Finanzierung ermöglicht?
Das Paket kombiniert eine überzeichnete Pre-Seed-Runde über 2 Millionen Euro mit 2 Millionen Euro an nicht verwässernden Fördermitteln. XISTA Science Ventures und Caesar Ventures führten die Runde gemeinsam an, zudem beteiligte sich die Navec Venture Holding GmbH. Zusätzliche Unterstützung kam von der österreichischen Förderbank aws und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).
Ein neuer Ansatz für Genregulation
Anders als konventionelle Gen-Editierungstechniken, die DNA dauerhaft verändern, entwickelt Epitome Therapeutics ein System, das die Genexpression steuert, während der genetische Code unverändert bleibt. Die proprietäre CADENCE-Plattform des Unternehmens nutzt programmierbares Epigenom-Editing und entwickelte epigenetische Effektoren, um ausgewählte Gene mit höherer Präzision, größerer Flexibilität und langfristiger Sicherheit zu aktivieren.
Der Ansatz findet Beachtung, weil viele Krankheiten damit zusammenhängen, dass Gene auf dem falschen Niveau arbeiten, statt dass die DNA selbst defekt ist. Anstatt das Genom umzuschreiben, hoffen Forschende, dass kontrollierte Genaktivierung gesündere biologische Abläufe wiederherstellen und langfristig neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen kann.
Hinter der Plattform stehen Dr. Guido Gualdoni und Dr. Jamie Hackett, die das Wiener Startup 2025 gründeten, basierend auf Forschung am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Rom. Auch wenn große Finanzierungsrunden selten die österreichischen Nachrichten und Kommentare dominieren, deuten Investitionen wie diese darauf hin, dass Investorinnen und Investoren dem forschungsgetriebenen Biotechnologie-Sektor in Österreich weiterhin langfristiges Potenzial zutrauen, trotz eines selektiveren Finanzierungsumfelds in Europa.
Forschung geht über das Labor hinaus
Über die Finanzierung hinaus zeigt die Ankündigung, wie sich wissenschaftliche Entdeckungen zu kommerziellen Vorhaben entwickeln können. Auch wenn diese Entwicklung nichts mit der Bildungspolitik in Österreich zu tun hat, verdeutlicht sie, wie öffentlich geförderte Forschung schließlich internationale Investitionen anziehen und neue Industrien aufbauen kann.
Mit dem neuen Kapital sollen die CADENCE-Plattform ausgebaut, zusätzliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingestellt, die ersten therapeutischen Programme gestartet und die Auswahl des ersten Wirkstoffkandidaten vorbereitet werden. Die aktuelle Forschung konzentriert sich auf Krankheiten, die mit abnormer Genaktivität verbunden sind, darunter seltene genetische Störungen und Stoffwechselerkrankungen. Die Plattform baut auf Entdeckungen am EMBL Rom auf, darunter Ergebnisse, die 2024 in Nature Genetics veröffentlicht wurden, während die zugehörigen Schutzrechte exklusiv an das Unternehmen lizenziert sind.
Zur Finanzierung sagte Chief Executive Officer Dr. Guido Gualdoni, die überzeichnete Runde bestätige sowohl das Team als auch die Technologie des Unternehmens. Chief Scientific Officer Dr. Jamie Hackett erklärte, viele Krankheiten entstünden dadurch, dass Gene auf dem falschen Niveau exprimiert werden, statt einfach nur ein- oder ausgeschaltet zu sein. Er ist überzeugt, dass eine präzisere Steuerung der Gendosierung eine neue therapeutische Option für erbliche und komplexe Erkrankungen eröffnen könnte.
Die neue Finanzierung ermöglicht es uns, das Unternehmen rund um CADENCE aufzubauen und unsere Wissenschaft in die ersten Entwicklungsprogramme zu überführen. Unser unmittelbarer Fokus liegt darauf, die Plattform voranzubringen, unser Team zu erweitern und auf die Auswahl unseres ersten Wirkstoffkandidaten hinzuarbeiten.
Dr. Guido Gualdoni
Rückenwind für Österreichs Biotech-Sektor
Alexander Schwartz, Partner bei XISTA Science Ventures, sagte, Epitomes Strategie der gezielten Genaktivierung und der Anspruch, Epigenetikforschung in praktische Medikamente zu übersetzen, seien zentrale Gründe für das Investment gewesen. Gregor Unger, Managing Partner bei Caesar Ventures, hob zudem die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise und unternehmerischer Erfahrung der Gründer hervor.
Europaweit fließt weiterhin Kapital in Unternehmen, die Gen- und Zelltherapien, RNA-Technologien und KI-gestützte Wirkstoffforschung entwickeln. Diese Dynamik stärkt die wirtschaftlichen Entwicklungen in Österreich, wo Spitzenforschung Investitionen anzieht und hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft. Neben den Kulturveranstaltungen in Österreich, die regelmäßig internationale Aufmerksamkeit bekommen, wird der wachsende Biotechnologie-Sektor des Landes zu einer weiteren Quelle globaler Anerkennung.
Auch wenn die Berichterstattung über die österreichische Politik oft die Schlagzeilen bestimmt, wird Innovation zunehmend zu einem Maßstab für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes, und die Biotechnologie festigt ihre Position im globalen Life-Sciences-Sektor. Könnten künftige Bildungspolitiken in Österreich noch mehr forschungsgetriebene Erfolgsgeschichten ermöglichen?
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