Fußball-EM: Zaccagni schoss Italien mit 1:1 spät ins Achtelfinale

Treffer in 98. Minute – Kroaten mit zwei Punkten wohl ausgeschieden – Modric brach Vastic-Rekord als EM-Torschütze mit mehr als 38 Jahren

Italien hat sich dank eines Last-Minute-Tors neben Spanien bei der Fußball-EM das zweite Aufstiegsticket in Gruppe B gesichert. Die Truppe von Teamchef Luciano Spalletti durfte gegen Kroatien dank eines Treffers von „Joker“ Mattia Zaccagni in der 98. Minute zum 1:1 in Leipzig spät jubeln. Mit vier Punkten schloss der Titelverteidiger noch als Zweiter ab. Die Kroaten haben zwei Zähler und nur eine Mini-Chance, noch als einer der vier besten Dritten weiterzukommen.

Bis zur letzten Minute hatte es auf einen kroatischen Aufstieg hingedeutet. Das dank Luka Modric, der in der 54. Minute zwar mit einem Handelfmeter an Gianluigi Donnarumma scheiterte, kurz danach aber via Abstauber zum 1:0 (55.) traf. Der Mittelfeldkünstler stieg mit 38 Jahren und 289 Tagen zum ältesten EM-Torschützen aller Zeiten auf, löste Österreichs bisherigen Rekordhalter Ivica Vastic ab, der bei der Heim-EM 2008 und einem dortigen 1:1 gegen Polen mit 38 Jahren und 257 Tagen getroffen hatte. Da der erst in der 81. Minute eingewechselte Lazio-Rom-Stürmer Zaccagni seinen Premierentreffer im Teamdress erzielte, hatte das freilich keinen Wert.

Spalletti nahm im Vergleich zum 0:1 am Donnerstag gegen Spanien drei Änderungen in der Startelf vor. Marco Retegui (anstelle von Gianclua Scamacca), Matteo Darmian (Federico Chiesa) und Giacomo Raspadori (Davide Frattesi) durften sich von Beginn an versuchen. Bei den Kroaten gab es im Vergleich zum bitteren 2:2 gegen Albanien, bei dem es ebenfalls einen Last-Minute-Gegentreffer gegeben hatte, gar vier Neue.

Die Italiener agierten mit einer Fünferkette, waren darauf bedacht, hinten wenig zuzulassen. Beinahe hätte trotzdem schon Salzburgs Luka Sucic in der fünften Minute via Weitschuss getroffen, den Donnarumma stark parieren konnte. Sonst waren Chancen absolute Mangelware, immerhin zweimal lag aber auch der italienische Führungstreffer in der Luft. Ein Kopfball von Retegui ging knapp daneben (21.), einen weiteren von Alessandro Bastoni konnte Dominik Livakovic sehenswert entschärfen (27.).

Bald nach Wiederbeginn wurde „Joker“ Frattesi von Andrej Kramaric im Strafraum an der Hand angeschossen, der Elfmeter war nach Video-Studium die korrekte Entscheidung. Donnarumma tauchte in die richtige Ecke ab, der Ball blieb aber im Spiel. Und so konnte die langjährige Real-Madrid-Stütze nach einem abgewehrten Budimir-Schuss doch noch einschießen. In der Folge schnürte die „Squadra Azzurra“ den Gegner in der eigenen Hälfte ein, der Ausgleich lag förmlich in der Luft.

Bastoni ließ eine weitere Kopfballchance aus (61.), ein Darmian-Abschluss wurde gerade noch geblockt (67.), und eine Chiesa-Hereingabe ging knapp am einschussbereiten Scamacca vorbei (87.). Livakovic schien sein Tor sauber zu halten, war in der 98. Minute aber doch einmal machtlos. Nach idealer Calafiori-Vorarbeit traf Zaccagni überlegt ins lange Eck. Als Belohnung gibt es für die Italiener ein Achtelfinal-Duell mit der Schweiz. Die Kroaten müssen wohl die Heimreise antreten, hatten doch zwei Punkte bisher noch nie für ein Weiterkommen in die K.o.-Phase gereicht.

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