Nahost: Hamas will vor Verhandlungen von Forderungen "nicht abrücken"

Biden bat um Druck auf Hamas bei Geisel-Verhandlungen

Vor einer weiteren Gesprächsrunde in Kairo über eine Feuerpause und die Geiselfreilassung im Gazastreifen ist die radikalislamische Hamas offenbar nicht zu Zugeständnissen bereit. Die islamistische Palästinenserorganisation erklärte am Samstag, sie halte weiter an ihren Forderungen vom 14. März fest, wonach sie einen vollständigen Waffenstillstand und den Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen verlangt. „Wir werden von dieser Position nicht abrücken“, hieß es.

Die Verhandlungen über eine Feuerpause und Geiselfreilassung laufen seit Monaten – bisher allerdings erfolglos. Im Rahmen der bis dato einzigen von den USA, Katar und Ägypten vermittelten Einigung zwischen Israel und der Hamas kamen zuletzt Ende November während einer einwöchigen Feuerpause rund hundert Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge frei.

Am Freitag betonte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter, dass die Hamas bisher eine Einigung verhindert habe. „Diese grundlegende Tatsache bleibt wahr: Es könnte heute eine Waffenruhe im Gazastreifen geben, wenn die Hamas schlicht zugestimmt hätte, diese besonders anfällige Kategorie von Geiseln freizulassen: die Kranken, Verletzten, Älteren und jungen Frauen.“

Laut der Zeitung „Times of Israel“ bat US-Präsident Joe Biden den Emir von Katar, Tamim bin Khalifa Al-Thani, und den ägyptischen Staatspräsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Briefen, die Hamas zu drängen, einer sechswöchige Feuerpause und der Freilassung von 40 Geiseln zuzustimmen. Die USA wollen laut dem Nachrichtenportal „Axios“ an diesem Wochenende in Kairo den indirekten Verhandlungen zum Durchbruch verhelfen. CIA-Direktor William Burns solle zu diesem Zweck in der ägyptischen Hauptstadt mit dem Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, David Barnea, sowie Katars Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani und dem ägyptischen Geheimdienstminister Abbas Kamel zusammentreffen.

Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas sowie weitere militante Palästinensergruppen hatten am 7. Oktober Israel brutal überfallen und 1.140 Menschen getötet sowie rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Von ihnen werden noch immer etwa 130 festgehalten, 34 von ihnen sind mutmaßlich tot.

Israel geht seit dem beispiellosen Hamas-Angriff massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, inzwischen mehr als 33.100 Menschen getötet. Die Menschen in dem Palästinensergebiet leiden unter einer katastrophalen Versorgungslage.

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