ORF startete mit ORF ON und adaptierter "blauen Seite" ins neue Jahr

Haushaltsabgabe statt GIS-Gebühr finanziert neues Digitalangebot samt ORF KIDS – Mehr Audio und Bewegtbild auf ORF.at – Playlists auf ORF Sound

Der ORF ist mit einer neuen Streamingplattform, einer erneuerten „blauen Seite“ und einer Haushaltsabgabe ins Jahr 2024 gestartet. Auch einen Neujahrsvorsatz hat er im Gepäck: Noch mehr Programm für alle machen, finanzieren doch nun alle unabhängig von Empfangsgeräten den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Für die Jüngsten ging ORF KIDS on air. Serien- und Filmfans dürfen sich über verlängerte Abrufzeiten im Onlinebereich freuen.

Die vielen Änderungen wurden durch eine ORF-Gesetzesnovelle nötig. Diese sieht einen ORF-Beitrag in Höhe von 15,30 Euro pro Monat und Haushalt vor. Die bisherige an Fernseh- und Radiogerät gekoppelte GIS-Gebühr in Höhe von 18,59 Euro wurde damit abgelöst. Für die meisten Haushalte wurde die ORF-Gebühr damit billiger, was damit zusammenhängt, dass rund 600.000 Haushalte neu zur Kassa gebeten werden. Nebenwohnsitze sind ausgenommen, auch Gebührenbefreiungen bleiben aufrecht. In manchen Bundesländern wird auf den ORF-Beitrag noch eine Landesabgabe aufgeschlagen, die nicht dem ORF zu gute kommt.

Mit den Gebühren darf der ORF nun eine eigene Streamingplattform namens „ORF ON“ betreiben. Sie ist unter https://on.orf.at/ abrufbar. Neben dem in Weiß und Schwarz gehaltenen Logo prangt noch „Testversion“. Bis April wird die Plattform laufend um weitere Features ergänzt. Erst dann löst sie die alte ORF-TVthek zur Gänze ab. Derzeit laufen die beiden Portale noch parallel. Auf ORF ON dürfen Inhalte bis zu einem halben Jahr stehen bleiben. Bisher galt für den ORF eine Sieben-Tage-Frist. Ausgewählte Dokumentation und das Kinderprogramm darf der ORF unbegrenzt abrufbar halten. Ermöglicht wurde dem ORF auch, Inhalte online-first und nach Auftragsvorprüfung online-only bereitzustellen. Ersteres wendet das öffentlich-rechtliche Medienhaus etwa für die Late-Night-Kabarettsendung „Willkommen Österreich“ an, die künftig bereits ab 20 Uhr des Ausstrahlungstags zu sehen sein soll. Online-Only-Produktionen denkt der ORF für die Zukunft an.

ORF ON wartet mit einer Optik auf, wie man sie von vielen anderen Streaminganbietern bereits kennt. Auf schwarzem Hintergrund sind mehrere Lanes wie „Unsere besten Serien“, „Film-Empfehlungen“, „Spannende Dokus und Reportagen“, „News“, „Aus dem ORF-Archiv“ oder auch „Best of Unterhaltung“ angelegt. Eine eigene Rubrik schildert aus, was derzeit besonders beliebt ist – am Dienstag fanden sich zwei Folgen der 40-teiligen neuen Doku-Reihe „Österreich – Die ganze Geschichte“, mehrere Ausgaben der Serie „Sisi“ und die erste Folge der neuen Serie „Biester“ unter den Top sechs. Mit letzterer warb der ORF zuletzt stark. „Biester“ stammt aus der Feder von „Vorstadtweiber“-Macher Uli Brée. Apropos „Vorstadtweiber“: Die sechs Staffeln der Serie sind wie auch „Schnell ermittelt“, diverse „Soko“-Ausgaben, „Walking on Sunshine“, „MA 2412“, „Landkrimis“, „Kottan ermittelt“ oder mehrere „Universum“-Folgen ebenfalls auf ORF ON zu finden. Für das Live-Programm wird bis April noch auf die ORF-TVthek verlinkt.

Das neue Kinderprogramm des ORF für Drei- bis 14-Jährige ist ebenfalls auf ORF ON eingebettet. Neben einem 24-Stunden-Streamingkanal stehen diverse bereits bekannte Sendungen wie „ZiB Zack Mini“, „Tolle Tiere“ oder der „ABC Bär“ wie auch neues Material in Form von z.B. „Kling Klang“ zum Abruf bereit.

Etwas, aber nicht sonderlich stark, müssen sich die vielen ORF.at-Nutzerinnen und -Nutzer umstellen. Mit der Gesetzesnovelle ging eine Beschränkung der Textmeldungen auf 350 pro Woche einher. 70 Prozent der Beiträge auf ORF.at müssen aus Video- bzw. Audio-Material bestehen. Folglich wird die Textberichterstattung gedrosselt, während etwa ein neuer Audio-Nachrichtenüberblick gegen Ende der „blauen“ Seite zu finden ist. Darunter wurde ein Videoteil etabliert, der nach Ressorts wie „Chronik“, „Ausland“, „Inland“ oder auch „Kultur“ gefiltert werden kann. Videomaterial findet sich auch knapp unter dem Nachrichtenüberblick in Kachelform an der Spitze von ORF.at. Die Textmeldungen sind weiterhin in der altbekannten Form gegliedert. Einzig der Hintergrund bei den Meldungen wurde auf weiß geändert, um die Lesbarkeit zu erleichtern. Der Rest der Seite ist weiterhin blau. Auf ORF On gelangt man über ORF.at nicht. Noch führt ein Link zur alten TVthek.

Weiterhin über die „blaue“ Seite ansteuerbar ist ORF Sound. Dort sind Radioinhalte ab sofort 30 Tage anstatt sieben Tage abrufbar. Auch kann man sich dort seit mehreren Tagen diverse Playlists zu Gemüte führen. Vorhanden ist z.B. die „Ö3 Playlist Rock“, die „Ö3 Playlist 2000er“ oder auch die „FM4 Charts“.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.