Benko zieht sich aus dem Signa-Beirat zurück – Sanierer übernimmt

Unklarheit über kolportierte Übertragung von Benkos Stimmrechten an Geiwitz – Ganzer Beraterarmada nimmt nun Arbeit auf

Immobilieninvestor Rene Benko gibt den Vorsitz im Beirat der Signa Holding an den deutschen Sanierungsexperten Arndt Geiwitz ab. Das teilte die Signa am Mittwoch in einer Aussendung mit. Unklar ist, ob Benko auch – wie im Vorfeld kolportiert – seine Stimmrechte treuhändisch an Geiwitz überträgt. Die Familie Benko Privatstiftung bleibe weiterhin größter Gesellschafter der Holding, hieß es in der Mitteilung. Die Signa war für die APA weiter nicht für Nachfragen erreichbar.

Geiwitz werde aus der Holding heraus die Restrukturierung der gesamten Signa-Gruppe organisieren. Zusätzlich übernimmt Geiwitz den Vorsitz des Gesellschafter-Komitees der Holding. „Dies ist in der derzeitigen Situation die beste Lösung für das Unternehmen, seine Partner, Investoren sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gilt nun, Vertrauen wiederherzustellen, dazu will ich meinen Beitrag leisten. Das Immobilienportfolio von SIGNA ist und bleibt einzigartig“, wurde Benko in der Mitteilung zitiert. Alle Beteiligten seien gefordert, Signa nun zu unterstützen.

Geiwitz, der seine Aufgabe „mit Bedacht und Vernunft“ angehen und „langfristige Lösungen“ finden wolle, genieße das Vertrauen aller Gesellschafter, hieß es in der Aussendung weiter. Zu seiner Unterstützung hat Signa „weitere führende externe Berater auch auf Prime- und Development-Ebene engagiert, um mit Hochdruck eine Überprüfung aller Geschäftsbereiche durchzuführen und Maßnahmen sowie ein ganzheitliches Konzept für die Gruppe zu erarbeiten“.

Mehrere Sparten der von Benko gegründeten Unternehmensgruppe waren zuletzt in Schwierigkeiten geraten. Vor allem im Immobiliengeschäft häuften sich aufgrund hoher Abwertungen Verluste an, außerdem mehrten sich jüngst Berichte über Liquiditätsengpässe. Zuletzt forderten mehrere Gesellschafter, darunter der österreichische Signa-Investor Hans-Peter Haselsteiner, den Rückzug Benkos. Im Raum stand die Einsetzung von Geiwitz als eine Art Generalbevollmächtigter. Ob Benko seine Stimmrechte treuhändisch an Geiwitz übertragen hat, blieb unklar. Die Signa reagierte nicht auf eine entsprechende APA-Anfrage, auch ein Sprecher von Geiwitz war zunächst nicht erreichbar.

Benko hat in seiner von ihm konzipierten Signa-Gruppe seit 2013 keine operative Funktion mehr, verfügt aber mit seinen Familienstiftungen über die Mehrheit der Stimmrechte und gilt als Signa-Lenker. Bis heute saß er als Vorsitzender im Beirat, der unter anderem mit Ex-SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, dem ehemaligen Bank-Austria-Chef Karl Samstag, dem deutschen Berater Roland Berger, dem ehemaligen Morgan-Stanley-Banker Walid Chammah sowie der Wüstenrot-Chefin und Ex-FPÖ-Vize-Kanzlerin Susanne Riess-Hahn hochkarätig besetzt ist.

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