Brand in Ostfrankreich forderte elf Tote

17 Menschen konnten sich aus dem Haus retten – Schwelbrand als Ursache vermutet

Bei dem Brand in einer Ferienunterkunft in Wintzenheim im Elsass sind elf Menschen gestorben. Sie seien in den Trümmern gefunden worden, sagte die Vizestaatsanwältin von Colmar, Nathalie Kielwasser, am Mittwoch. Zuvor waren in dem abgelegenen Ortsteil von Wintzenheim bei Colmar zehn Menschen mit Behinderung und ein Betreuer vermisst worden. Man wisse nicht, ob die Menschen wegen ihrer Behinderung Schwierigkeiten hatten, aus dem Haus zu kommen.

Das Feuer in der Ferienunterkunft war Mittwochfrüh gegen 6.30 Uhr ausgebrochen. Zu dem Zeitpunkt waren 28 Menschen dort untergebracht. Die örtliche Präfektur schrieb von zwei Erwachsenengruppen mit Menschen mit Behinderung. 17 Menschen konnten sich noch vor Ankunft der Feuerwehr aus dem Haus retten, die meisten von ihnen aus dem Erdgeschoss. 300 von 500 Quadratmetern des Hauses fingen Feuer. Bei dem Feuer wurde auch ein Mensch verletzt, ein weiterer stehe unter Schock, teilte die Präfektur mit.

Die Justiz vermutet einen Schwelbrand als Ursache für das Feuer, wie Colmar sagte. Das Haus bestehe zum Teil aus Fachwerk. Das Holz habe wohl erst nach einigen Stunden wirklich Feuer gefangen. Ermittlungen sollen nun den exakten Brandgrund klären. Philippe Hauwiller, Einsatzleiter der Feuerwehr, sagte, es sei wahrscheinlich, dass das Feuer im ersten Stock ausbrach. Daniel Leroy, stellvertretender Bürgermeister von Wintzenheim, sagte: „Wir kennen diese Herberge. Diese Unterkunft hat sehr gut funktioniert und keine Probleme gemacht.“ Vertreter der Gemeinde hätten das Haus von innen gesehen. Alles sei renoviert und in „perfektem Zustand“ gewesen.

Leroy zufolge brannte das Gewölbe des Hauses, die Bedachung sei eingestürzt. Der gesamte obere Bereich sei zerstört worden. Nur das Erdgeschoss, in dem sich die Gemeinschaftsräume befanden, sei intakt geblieben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb zu dem Brand auf Twitter: „Angesichts dieser Tragödie denke ich an die Opfer, an die Verletzten, an die Menschen, die ihnen nahe stehen.“ Premierministerin Élisabeth Borne nannte den Vorfall schrecklich. Sie wolle sich zum Ort des Geschehens begeben. Innenminister Gérald Darmanin dankte der Feuerwehr für ihren schnellen Einsatz.

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