Schwer beschädigter Autofrachter auf dem Weg zum Hafen

"Fremantle Highway" wird seit Donnerstagfrüh entlang der Wattenmeerküste nach Eemshaven geschleppt

Ein Ende des Dramas um den schwer beschädigten Autofrachter vor der niederländischen Küste ist in Sicht. Die „Fremantle Highway“ ist seit Donnerstag früh gut eine Woche nach Ausbruch des Feuers unterwegs zum sicheren Hafen in Eemshaven. Die Lage an Bord ist nach Einschätzung der Experten stabil genug für den Transport. Das Schiff sei intakt, das Feuer erloschen, sagte ein Sprecher der Wasserbehörde am Donnerstag. Aber das Risiko bestehe, dass Flammen wieder aufloderten.

Seit dem Morgen wird der Frachter mit rund 3.800 Autos an Bord entlang der Wattenmeerküste nach Eemshaven geschleppt, etwa 64 Kilometer vom bisherigen Ankerplatz vor der Insel Schiermonnikoog entfernt. Der Hafen liegt an der Emsmündung, gegenüber der deutschen Seite mit dem ostfriesischen Emden.

Das rund 200 Meter lange Schiff ist nach den Worten des Sprechers so schwer beschädigt, dass es aus Sicherheitsgründen nur „sehr langsam und vorsichtig“ geschleppt wird. Spezialisten an Bord kontrollierten ständig die Stabilität, ein Spezialschiff, das im Notfall Öl räumen könne, begleite den Transport. Die Ankunft ist für den frühen Nachmittag vorgesehen.

In der Nacht hatte der Minister für Infrastruktur, Mark Harbers, nach Beratungen mit allen Experten entschieden, dass der Frachter nach Eemshaven verlegt werden soll. Das sei die beste Option, sagte der Sprecher. „Durch den kurzen Abstand schränkt man Risiken ein.“ Und in Eemshaven kann das Schiff entladen und Schadstoffe entsorgt werden. Es hatte rund 3.800 Neuwagen geladen darunter knapp 500 E-Autos.

Angesichts der großen Schäden, musste das Schiff verlegt werden. „So etwas will man nicht auf offener See haben“, sagte der Sprecher. Die Risiken auf Öllecks durch Risse in den Stahlwänden oder sogar ein Kentern nahmen zu. Und für den Nachmittag ist harter Nordwestwind vorhergesagt.

Die „Fremantle Highway“ war auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur, als vor gut einer Woche Feuer ausbrach. Brandherd war vermutlich die Batterie eines E-Autos. Das ist aber noch nicht bestätigt. Bei der Evakuierung des Schiffes war ein Mann aus Indien gestorben. Die übrigen 22 Besatzungsmitglieder wurden gerettet.

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