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Osaka nach Drei-Satz-Sieg gegen Asarenka US-Open-Siegerin

Naomi Osaka hat zum zweiten Mal nach 2018 die US Open gewonnen. Im Finale gegen die Weißrussin Viktoria Asarenka gelang der 22-jährigen Japanerin eine imposante Auferstehung. Sie lag nach 34 Minuten mit 1:6,0:2 in Rückstand, setzte sich aber nach 1:53 Stunden noch verdientermaßen mit 1:6,6:3,6:3 durch. Osaka wird sich im WTA-Ranking damit vom neunten auf den vierten Platz nach vorne schieben.

Osaka holte nach dem US Open 2018 und dem Australian Open 2019 ihren dritten Grand-Slam-Titel in zwei Jahren. Die junge Japanerin schrieb in der New Yorker „Bubble“ Geschichte – nicht nur, weil sie ab den Viertelfinali bei Major-Turnieren bisher unbesiegbar ist, sondern weil sie als erster asiatischer Tennisprofi bei Männern und Frauen nun drei Major-Titel geholt hat.

Schon im Vorbereitungsturnier in New York hatten Asarenka und Osaka das Finale erreicht. Zu diesem trat die Japanerin wegen Oberschenkelproblemen aber nicht an. In Flushing Meadows gewann die ungesetzte 31-jährige Weißrussin im Finale zunächst acht der ersten neun Games. Im ersten Satz schien Asarenka unantastbar, während Osaka haderte. Anschließend legte die Japanerin aber ihre Nervosität ab und dominierte mit 12 von 16 gewonnenen Spielen. Asarenka schöpfte im Entscheidungssatz mit dem Break zum 3:4 kurz Hoffnung, ihre Gegnerin konterte aber sofort.

„Es war ein hartes Match für mich. Ich habe irgendwann gedacht, es wäre peinlich, wenn ich in unter einer Stunde verliere“, sagte Osaka bei der Siegerehrung. Nach ihrem verwandelten Matchball hatte sich die Japanerin erst einmal auf den Rücken gelegt. „Ich habe immer darüber nachgedacht, wenn ich früher gesehen habe, wie die großen Spieler auf den Boden sanken und in den Himmel geschaut haben. Ich wollte immer schon sehen, was sie gesehen haben.“

Osaka hatte auch vor dem siebenten Auftritt bei den US Open in diesem Jahr wieder mit einer Mund-Nase-Maske gegen Polizeigewalt und Rassismus in den USA protestiert. Diesmal stand der Name Tamir Rice auf ihrer Maske. Der damals Zwölfjährige war 2014 in Cleveland von einem Polizisten erschossen worden.

Für große Aufmerksamkeit sorgte vor allem in den sozialen Netzwerken ihre schlagfertige Reaktion auf eine Frage im Siegerinterview auf dem Platz. „Sie hatten sieben Masken für sieben Matches mit sieben unterschiedlichen Namen dabei. Welche Botschaft wollten Sie damit zum Ausdruck bringen?“, wurde Osaka gefragt. Und entgegnete dem Reporter: „Nun, welche Botschaft ist denn bei Ihnen angekommen?“

Ihre Teilnahme an den Ende des Monats in Paris beginnenden French Open ließ Osaka vorerst offen. „Bevor ich hierherkam hatte ich vor, dort zu spielen, aber das werde ich jetzt sehen“, so die 22-Jährige. „Ich hatte noch keine Zeit zur Erholung. Mal sehen, was passiert und wie es sich anfühlt, wenn ich jetzt ein bisschen Pause mache.“

Für Asarenka, die in der ersten Runde die Österreicherin Barbara Haas ausgeschaltet hatte, endete ein Lauf von zwölf Siegen hintereinander. Sie wird sich im Ranking aber von Platz 59 (Beginn Turnier in New York) über 27 (Beginn US Open) auf den 14. Weltranglistenplatz verbessern. Asarenka hatte 2012 und 2013 die Australian Open gewonnen und stand erstmals seit sieben Jahren wieder in einem Grand-Slam-Finale.