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Auch AUA verhandelt über Staatsgeld – Erste Flüge im Juni

Die AUA-Führung hat am Mittwochabend mit der Regierung über die erhofften Staatshilfen und Standortvereinbarungen für die von der Coronakrise bedrohte Airline weiterverhandelt. Auch für das Wochenende sind Verhandlungstermine anberaumt, unter anderem mit Vertretern der Staatsholding ÖBAG und der Finanzierungsgesellschaft COFAG. Tagsüber hat heute der Aufsichtsrat die aktuelle Lage beraten.

Entspannung brachte während der Sitzung das Okay des Bordpersonals zum Krisenbeitrag des Personals. Mit dem Bodenpersonal wurde am Abend noch verhandelt. Personalkosteneinsparungen für die Zeit nach der Kurzarbeitsperiode sind Teil eines auf drei Jahre angelegten Businessplans, an dem ein Erfolg des Neustarts hängt. Ebenso wie 20-prozentige Kostensenkungen durch Nachlässe und Stundungen bei den wichtigsten Lieferanten und Partnern, darunter bei der Betankung oder Mieten. Hier gibt es ebenfalls Vereinbarungen.

Das nehme Zeitdruck heraus und schaffe Luft bei der Liquidität. Insolvenzgefahr bestehe unmittelbar nicht, diese Gefahr sei heute nicht mehr so groß wie noch vor zwei Wochen, heißt es. Mit den Wirtschaftsprüfern sind nächste Woche wieder Termine geplant.

Flieger in der Luft wird die AUA erst ab Mitte Juni haben. Die mehrfach verlängerte corona-bedingte Flugpause wurde noch einmal bis 14. Juni verlängert. Die österreichische Lufthansa-Tochter hofft jedenfalls, sofern alles gut geht, im Juni wieder den Flugbetrieb aufzunehmen. Vorerst im deutschsprachigen Raum, da die Nachfrage nach Geschäftsreisebuchungen langsam wieder anlaufe. In der Folge sollen dann Strecken wie London oder Paris sowie nach Osteuropa die ersten sein, die hochgefahren werden könnten. Bei guten Signalen im Juni könnte es ab Hochsommer auch im Charter wieder zu ersten Urlaubszielen gehen, etwa nach Griechenland. Heuer dürfte die Nachfrage in Summe aber nur 25 bis 50 Prozent erreichen.

Mit dem Betriebsrat Bord, der etwa 3.800 der knapp 7.000 Mitarbeiter vertritt, wurde heute ein Eckpunktepapier zum Krisenbeitrag des Personals vereinbart. Demnach verzichten diese Beschäftigten in der Zeit nach der Kurzarbeit – die wohl noch zwei Jahre lang nötig sein wird – auf 5 bis 15 Prozent ihrer Gagen, sozial gestaffelt. Die Gehälter von Besserverdienern werden stärker gekürzt. Auch entsprechende Flexibilität wird den Leuten abverlangt: Für weniger Geld muss mehr gearbeitet werden. Schon demnächst müssen die Beschäftigten auf Vorrückungen oder Inflationsanpassungen verzichten. Es sei aber der Plan, ab 2024 – sofern es dem Unternehmen dann gut geht – Mitarbeitern Teile der eingesparten Gagen zurückzuzahlen.

Solange Kurzarbeit läuft, wird kein Personal abgebaut. Nach der Rechnung, nach der Krise um in Viertel geschrumpft und mit 20 Flugzeugen weniger wieder im Markt zu sein, hat die AUA aktuell allerdings 1.100 Mitarbeiter (Vollzeitrechnung) zu viel.

Eine Verlängerung der Kurzarbeit, die gestern ausgelaufen ist, befindet sich in Prüfung, teilte die AUA am Abend mit. Geplant ist, nach der „Corona-Kurzarbeit“, die über sechs Monate geht, in die klassische vom AMS angebotene Kurzarbeit zu wechseln. All das sei auch von den Verhandlungen um Staatshilfe abhängig. Wie berichtet, hat die Austrian Airlines bei der COFAG finanzielle Hilfe zur Corona-Krisenbewältigung angefordert. Auch hier berichtete das Management dem Aufsichtsrat heute deutliche Verhandlungsfortschritte. Des Weiteren werde mit der Regierung über Standortauflagen verhandelt.