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Sachschäden und Tote durch Sturmtief „Sabine“ in Europa

Sturmtief „Sabine“ hat in Teilen Europas am Sonntag und Montag für Schäden gesorgt. Das Zentrum des Sturms, der etwa in Großbritannien und Frankreich „Ciara“ genannt wird, lag erst nördlich von Schottland und verlagerte sich dann zur norwegischen Küste. Vor allem im Nordwesten des Kontinents blieben deshalb Haushalte ohne Strom, Zugfahrten und Flüge fielen aus. „Sabine“ forderte vier Todesopfer.

In einigen Regionen Großbritanniens brachte der Sturm innerhalb von 24 Stunden so viel Regen wie sonst in eineinhalb Monaten fällt. Mehr als 20.000 Haushalte waren in der Nacht auf Montag vom Strom abgeschnitten. Überschwemmungen und umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr auf Straßen und Schiene erheblich, in Brentwood (Essex) stürzte ein Auto in einen kleinen Krater, der über Nacht auf der Straße entstanden war. Auch der Flugverkehr wurde eingeschränkt.

Ein Autofahrer kam durch einen umstürzenden Baum ums Leben. Der 58-Jährige starb noch am Unfallort, teilte die Polizei mit. Das Unglück sei am späten Sonntagnachmittag auf dem Weg von Winchester nach Micheldever in Südengland passiert.

In Belgien verursachte der Sturm etliche Schäden. Laut ersten Medienberichten wurde niemand verletzt, als vielerorts im Land Bäume und Baugerüste umstürzten und die Böen Dächer abdeckten. Züge fuhren auf vielen Strecken verspätet oder eingeschränkt. Im Hafen von Antwerpen kippten aufeinandergestapelte Container um.

In Frankreich waren zunächst rund 130.000 Haushalte ohne Strom. Betroffen waren nach Angaben des Netzbetreibers Enedis der Großraum Paris sowie Nord- und Ostfrankreich, wo auch zahlreiche Verbindungen mit Regionalzügen entfielen. Für mehr als 30 Departements dauerte die vom französischen Wetterdienst Meteo-France ausgerufene erhöhte Alarmbereitschaft am Montag an. Dutzende Flüge fielen aus. In Paris stürzte ein Mann von einem Tretroller und starb.

In Tschechien waren Montagfrüh rund 100.000 Haushalte ohne Elektrizität, weil Stromleitungen durch umstürzende Bäume beschädigt wurden, wie Energieversorger mitteilten. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Straßen freizuräumen und Dächer zu sichern – innerhalb einer Stunde wurden landesweit mehr als 250 Einsätze gezählt. Im südböhmischen Bezirk Prachatice (Prachatitz) wurde ein Mensch leicht verletzt, als ein Baum auf ein Auto krachte. Im Bahnverkehr kam es zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen.

In Polen waren am Montag mehr als 55.000 Haushalte ohne Strom, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. Bis 6.00 Uhr rückten die Feuerwehren landesweit zu mehr als 1.100 Einsätzen aus, um unter anderem Bäume von den Straßen zu räumen. Eine Frau und ihre Tochter wurden auf einem Parkplatz in dem Skiressort Bukowina Tatrzanska von herabfallenden Dachteilen erschlagen.

Einen schweren Unfall gab es auf einem See in der schwedischen Gemeinde Svenljunga: Hier kenterten am Sonntag zwei Angler mit ihrem Boot – einer starb, nach dem anderen wurde am Montag noch gesucht. In Norwegen und Schweden wurden sowohl am Sonntag als auch am Montag zahlreiche Flüge gestrichen. Fähren blieben im Hafen und Zugverbindungen wurden eingestellt. Auch die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden war wegen starken Windes bis Mitternacht gesperrt. An der dänischen und an der norwegischen Westküste fürchtet man nun Überschwemmungen.

In Estland waren am Montag 2.300 Haushalte ohne Elektrizität, in Litauen waren es gut 3.000, wie die örtlichen Stromversorger mitteilten. Besonders betroffen waren Haushalte in den küstennahen Regionen an der Ostsee. Wegen der starken Winde und der damit verbundenen hohen Wellen kam der Fährbetrieb teilweise zum Erliegen. Auch der Flugverkehr war betroffen: Der Frühflug der lettischen Fluglinie Air Baltic von Riga nach München am Montagmorgen wurde durch den Sturm zum Umkehren gezwungen, wie eine Sprecherin des Flughafens in Riga mitteilte.

Orkantief „Sabine“ verursachte auch in der Schweiz viel Wirbel. Flugzeuge am Flughafen Zürich mussten durchstarten, Bäume behinderten den Verkehr auf Straßen und Schienen. Schulkinder dürften sich aber gefreut haben: In zahlreichen Gemeinden gab es schulfrei.