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Lungenkrankheit in China breitet sich weiter aus

Die Zahl der Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China ist sprunghaft angestiegen. Allein am Dienstag seien 77 neue Fälle gemeldet worden, teilte Chinas Nationale Gesundheitskommission in Peking mit. Damit wurden bisher 291 Infektionen in der Volksrepublik bestätigt. Insgesamt gibt es laut chinesischen Staatsmedien inzwischen sechs Todesfälle.

Zwei weitere Menschen seien an dem Virus gestorben, sagte der Bürgermeister der chinesischen Metropole Wuhan, Zhou Xianwang, am Dienstag dem Staatssender CCTV. Die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan teilte mit, dass ein 89-jähriger Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, bereits am Sonntag im Krankenhaus gestorben war. Der Patient litt demnach bereits an Vorerkrankungen, darunter ein Herzleiden und Diabetes. 900 weitere Menschen stünden wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus, das mitunter lebensgefährliche Atemwegserkrankungen verursacht, unter Beobachtung.

Am Montag hatten die Behörden erstmals mitgeteilt, dass Pflegepersonal betroffen sei und die Übertragbarkeit des Erregers von Mensch zu Mensch bestätigt. Für Experten ist es ein wichtiger Indikator, ob Ärzte und Pfleger von einer neuen Erkrankung betroffen sind: Infizieren sich viele von ihnen, ist das ein deutlicher Hinweis auf eine leichte Übertragbarkeit. Die Zahl bestätigter Infektionen war Anfang der Woche sprunghaft auf über 220 gestiegen. Auch wurden erste Erkrankungen in Thailand, Japan und Südkorea nachgewiesen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden war das neuartige Coronavirus zuerst im Dezember auf einem Fisch- und Geflügelmarkt von Wuhan aufgetreten. Einzelne Fälle wurden aus Thailand, Japan und Südkorea gemeldet. Je ein Verdachtsfall wird derzeit in Australien und auf den Philippinen geprüft. Alle Infizierten und Verdachtsfälle im Ausland hatten sich zuvor in Wuhan aufgehalten. Am Montag hatten die Behörden mitgeteilt, dass eine Übertragbarkeit des Erregers von Mensch zu Mensch bestätigt ist. Betroffen waren dabei stets Menschen, die zuvor in China waren. In Europa ist noch kein Fall bekannt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief wegen der neuartigen Lungenkrankheit in China ihren Notfallausschuss ein. Die Experten sollen am Mittwoch darüber beraten, ob eine Gesundheitsnotlage ausgerufen werden soll, wie die WHO am Montag berichtete. Diese unabhängigen Experten empfehlen auch Maßnahmen, die möglicherweise ergriffen werden sollten. Ruft die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus, empfiehlt sie damit schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen, das Einrichten von spezialisierten Behandlungszentren oder mögliche Impfungen medizinischer Fachkräfte gehören.