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Liverpool schaffte mit 4:0 gegen Barca das „Anfield-Wunder“

Liverpool steht wie im Vorjahr im Finale der Fußball-Champions-League. Die „Reds“, die in der Vorwoche das Hinspiel beim FC Barcelona klar 0:3 verloren hatten, schafften mit einem 4:0-Heimsieg noch das „Wunder von Anfield“. Divock Origi (7., 79.) und der zur Pause eingewechselte Georginio Wijnaldum (54., 56.) erzielten die Treffer der Gastgeber, die mit dem Gesamtscore von 4:3 aufstiegen.

Im Endspiel am 1. Juni im Estadio Metropolitano in Madrid trifft Liverpool entweder auf Ajax Amsterdam oder Tottenham Hotspur, die am Mittwochabend (21.00 Uhr/live Sky und DAZN) den zweiten Finalisten ermitteln. Das erste Duell hatte der niederländische Rekordmeister vor einer Woche in London mit 1:0 gewonnen.

Liverpool musste die beiden verletzten Weltklasse-Stürmer Firmino (Muskelverletzung) und Mohamed Salah (nach Gehirnerschütterung) vorgeben und schien damit im Aufstiegsrennen bereits vor dem Anpfiff völlig chancenlos. Barcelona bot dagegen dieselbe Startelf wie im Hinspiel auf und sah sich bereits nach sechs Minuten im Rückstand: Nach einem Schnitzer von Jordi Alba und Schuss von Jordan Henderson, den Tormann Marc-Andre ter Stegen nur kurz abwehrte, staubte Origi zum 1:0 ab.

Von diesem frühen Schock erholte sich Barca erst nach einer knappen Viertelstunde, hatte aber anschließend seine beste Phase im Spiel. Doch Liverpool-Goalie Alisson reagierte glänzend und hielt seinen Kasten sauber. In der Pause wechselten die Hausherren dann Wijnaldum ein, der das ausverkaufte Stadion an der Anfield Road binnen 129 Sekunden in ein Tollhaus verwandelte.

Der 28-jährige Niederländer verwertete zunächst einen Querpass von Trent Alexander-Arnold aus vollem Lauf. Ter Stegen war zwar noch dran, konnte das 2:0 aber nicht verhindern. Etwas mehr als zwei Minuten später verwertete Wijnaldum dann eine Maßflanke von Xherdan Shaqiri zum 3:0, womit der Rückstand aus dem ersten Duell nach nicht einmal einer Stunde wettgemacht war.

Barcelona war danach nur noch ein Schatten seiner selbst und kassierte den vierten Gegentreffer im Stile einer Schülermannschaft nach einer schnell ausgeführten Ecke von Alexander-Arnold, der sah, dass die Katalanen schliefen. So kam der 24-jährige Origi nach der flachen Hereingabe am kurzen Fünfereck völlig frei zum Schuss und erzielte das 4:0 (79.).

Barcelonas Traum vom Triple zerplatzte in Liverpool vorzeitig. Superstar Lionel Messi und seine Kollegen erlebten somit ein ganz bitteres Déjà-vu. Im Vorjahr waren die Blaugrana nach einem 4:1-Heimsieg im Viertelfinale noch ausgeschieden, da sie bei der AS Roma mit 0:3 untergegangen waren.

„Jürgen Klopp hat es geschafft, dass die Mannschaft immer daran geglaubt hat“, lobte Schlussmann Alisson seinen Trainer. Der Brasilianer war im Vorjahr noch im Roma-Tor gestanden und damit schon zum zweiten Mal bei Comeback-Heimsiegen gegen Barcelona maßgeblich beteiligt. „Ich weiß nicht, wie die Jungs das geschafft haben“, gab indes Klopp nach dem Match zu Protokoll.

„Das sind Mentalitäts-Giganten. Das ist verrückt! Ich hoffe, dass ich mich in 50 Jahren daran noch erinnern kann“, betonte der 51-jährige Deutsche, der zum dritten Mal nach 2013 (Dortmund) und 2018 im Champions-League-Finale steht. „Das ist eine außergewöhnliche Nacht, das haut dich um. (…) Wir hatten nach dem Spiel in Barcelona schon das Gefühl, dass noch was drin ist. An die Chance habe ich geglaubt. Nicht daran, dass es klappt.“