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Austria entband Trainer Letsch von Aufgaben

Die Austria hat nach schwachen Auftritten im Frühjahr die Konsequenzen gezogen und Cheftrainer Thomas Letsch seiner Aufgaben entbunden. Nach dem blamablen 1:3 gegen Altach am Sonntag gab es bereits Gespräche der Club-Spitze, am Montag wurde dann die Trennung vom Deutschen verlautbart. Als Interimscoach wird vorerst der bisherige Co-Trainer Robert Ibertsberger das Team betreuen.

„Die Leistungen der Mannschaft entsprachen nicht den Vorstellungen, die wir an uns selber haben. Das hat das 1:3 gegen Altach deutlich gezeigt, demnach mussten wir Konsequenzen ziehen“, sagte Sportdirektor Ralf Muhr. Die Austria ist zwar Tabellendritter und steht in der Meistergruppe, die Bilanz von neun Siegen und neun Niederlagen in 21 Runden ist aber eine schlechte. Im Frühjahr setzte es in vier Pflichtspielen drei Niederlagen.

Letsch sprach nach der Vorstellung gegen Altach von einem „absoluten Tiefpunkt“. Am Tag darauf musste der 50-Jährige sein Aus in Wien-Favoriten zur Kenntnis nehmen. Letsch war seit Ende Februar des Vorjahres als Nachfolger von Thorsten Fink bei den Violetten tätig. Obwohl er die Europacup-Teilnahme mit der Mannschaft nicht mehr schaffte, wurde sein Vertrag bis Sommer 2020 verlängert. Unter Letsch holte die Austria in 33 Spielen in der Bundesliga 14 Siege bei 15 Niederlagen.

Muhr nahm das bisher enttäuschende Team nun in die Pflicht. „Wir erwarten jetzt auch von der Mannschaft ein Zeichen, eine professionelle Herangehensweise und eine Entwicklung in eine positive Richtung“, betonte er. Zum Abschluss des Grunddurchgangs wartet auf die Austria am Sonntag das Auswärtsspiel bei Sturm Graz. Ibertsberger, der bis vergangenen Sommer interimistisch den WAC betreut hatte, wird in Graz voraussichtlich als Chef fungieren. Muhr hat die Aufgabe, so rasch wie möglich einen neuen Chefcoach zu finden.

Muhr will aber nichts überstürzen. „Robert Ibertsberger ist in den nächsten Wochen Cheftrainer, ich werde mich parallel dazu mit der Trainersuche befassen“, meinte er. Wie Muhr durchklingen ließ, war Ibertsberger kurzfristig die beste Lösung. Der Salzburger könne sich aber auch für ein langfristiges Engagement empfehlen. Im Hintergrund werde er sich natürlich mit Alternativen beschäftigen, betonte Muhr.

Zu Namen, wie den ins Spiel gebrachten Nestor El Maestro, ehemaliger Assistent von Thorsten Fink, und Ernst Baumeister (ehemals Admira) wollte er sich nicht näher äußern. Kontakt habe er noch mit keinem Trainer aufgenommen, so Muhr. „Wir wollen einen Trainer haben, der den modernen Fußball in sich trägt. Wir wollen attraktiv spielen, wollen aktiv spielen. Das hat man bisher nicht gesehen“, merkte er zum gesuchten Profil an. Die Spieler seien in der Pflicht, das ausgegebene Saisonziel – einen Europacup-Startplatz – einzufahren. Muhr: „Wir sind schon der Meinung, dass wir eine Mannschaft am Start haben, die diese Dinge erreichen kann.“

Austria-Präsident Frank Hensel berichtete von intensiven Gesprächen am Sonntag und Montag. Man habe „der aktuellen Situation Rechnung tragen und handeln müssen“. Ähnlich äußerte sich AG-Vorstand Markus Kraetschmer: „Mit der Tendenz, insbesondere nach dem Spiel gegen Altach, erachten wir diesen Schritt als notwendig. Wir sind überzeugt, dass wir eine Veränderung brauchen, um unser Saisonziel, das nach wie vor Qualifikation für einen internationalen Startplatz lautet, zu erreichen.“

Die Vorstellung gegen Altach war ausschlaggebend, sie war freilich nicht die erste enttäuschende. Letsch stand schon im Herbst zur Diskussion, das 6:1 gegen Rapid in der abschließenden Runde vor der Winterpause verschaffte ihm aber Luft. Aus der Vorbereitung starteten die Austrianer danach mit einer Blamage, dem Aus im ÖFB-Cup-Viertelfinale bei Regionalligist GAK.

Einen Trainerwechsel gab es auch bei den Young Violets. Austria-Legende Andreas Ogris wurde von seinen Aufgaben freigestellt, auch hier übernimmt dessen bisheriger Assistent Christoph Glatzer interimistisch. „Wir stellen bei den Young Violets leider eine Stagnation in der Entwicklung fest, demnach sehen wir auch hier eine Veränderung als notwendig an“, sagte Hensel.

Die Young Violets liegen in der 2. Liga aktuell als 13. nur zwei Zähler vor einem Abstiegsrang. Ogris, dessen Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre, könnte seinem Stammverein noch in anderer Funktion erhalten bleiben.