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Rapid vor Meistergruppen-Aus – Austria, St. Pölten fix oben

Die vorletzte Runde der Fußball-Bundesliga hat am Sonntag teils überraschende Ergebnisse gebracht und für eine kleine Vorentscheidung im Kampf um die Plätze in der Meistergruppe gesorgt. Rapid hat nach einem 1:2 gegen Mattersburg nur noch geringe Chancen. Sturm erreichte in Salzburg ein 0:0. Der LASK besiegte „Angstgegner“ Innsbruck 2:0, Ex-Schlusslicht Altach brachte die Austria mit 3:1 zu Fall.

Die Admira schaffte am Sonntag einen 3:-2-Erfolg gegen St. Pölten. Hartberg und der WAC trennten sich mit einem 1:1. Bei allen Vereinen wird nun kräftig gerechnet, auch bei Rapid: Den siebentplatzierten Hütteldorfern fehlen zwei Punkte auf den Sechsten Sturm Graz. Außerdem weisen sie das um fünf Treffer schlechtere Torverhältnis als die Steirer auf.

Sturm empfängt in der nächsten Runde Rapids Erzrivalen Austria, der trotz der 1:3-Heimniederlage gegen das vormalige Schlusslicht Altach nicht mehr aus der Meistergruppe zu verdrängen ist. Auch der SKN St. Pölten ist fix oben, obwohl es bei der Admira eine 2:3-Pleite setzte.

Noch zittern muss hingegen der WAC. Die Kärntner liegen als Tabellenfünfter drei Punkte und zwei Tore vor Rapid. Theoretische Chancen auf die Top sechs haben auch noch die mit Rapid punktegleichen Mattersburger, die allerdings eine sehr schlechte Tordifferenz aufweisen, und die einen Punkt dahinter liegenden Hartberger. Neuer Letzter ist Wacker Innsbruck durch das 0:2 beim LASK.

Im Schlagerspiel der Runde sahen die Fans leider keine Tore. Weder Sturm noch Salzburg schafften Treffer, Salzburgs Goalgetter Munas Dabur verschoss im 100. Pflichtspiel von Trainer Marco Rose sogar in aufreizender Manier einen Elfer (75.). Die dominanten, aber offensiv eher stumpfen „Bullen“ stellten dennoch einen fast 35 Jahre alten Bundesliga-Rekord ein. Mit dem 39. Liga-Heimspiel ohne Niederlage in Folge seit 3. Dezember 2016 zog man mit SSW Innsbruck gleich. Die Tiroler waren von 13. März 1982 bis 14. September 1984 in 39 Bundesliga-Heimspielen en suite nie als Verlierer vom Platz gegangen. Bewerbsübergreifend sind es für Salzburg sogar schon 58 ungeschlagene Heimpartien ohne Niederlage.

Rekorde sind bei Rapid im Moment eher Mangelware. Die Hütteldorfer brauchen nun ganz dringend einen Heimsieg gegen Hartberg. Außerdem müsste ausgerechnet Erzrivale Austria auswärts gegen Sturm gewinnen. Schon bei einem Unentschieden hätten die zwei Punkte vor Rapid liegenden Steirer aufgrund der besseren Tordifferenz wohl die Nase vorne. Am Sonntag brachte Andreas Gruber den SVM in der 13. Minute mit 1:0 in Führung, Philipp Schobesberger sorgte in der 38. Minute für das 1:1. Der Siegestreffer der Burgenländer in der 81. Minute ging auf das Konto von Thorsten Mahrer.

Die Austria darf trotz ihres blamablen Umfallers gegen Altach mit der Meistergruppe planen. Marco Meilinger gelang in der Generali Arena in der 4. Minute die frühe Altacher Führung. Nach dem raschen Ausgleich durch Bright Edomwonyi (11.) traf mit Philipp Netzer (22.) dann ein weiterer Ex-Austrianer. Manfred Fischer gelang per Foul-Elfmeter (90.) die späte Entscheidung. Für die nun elftplatzierten Altacher war es der zweite Saisonsieg gegen die Austria nach dem 1:0 Mitte Dezember. Interimscoach Wolfgang Luisser durfte sich bei seinem Einstand freuen.

Der LASK setzte seine Siegesserie im Jahr 2019 am Sonntag fort. Die Linzer fuhren mit dem 2:0 zu Hause gegen Wacker Innsbruck ihren fünften Pflichtspielsieg in Serie ein, den vierten in diesem Kalenderjahr. Der Rückstand des Tabellenzweiten auf Spitzenreiter Red Bull Salzburg beträgt eine Runde vor Ende des Grunddurchganges sieben Zähler. Die Tore vor 5.521 Zuschauern erzielten Thomas Goiginger (9.) und Reinhold Ranftl (65.). Innsbruck rutschte durch die dritte Niederlage in Folge beim Erstauftritt unter Neo-Trainer Thomas Grumser ans Tabellenende. Auf den Vorletzten Altach fehlt den Tirolern ein Zähler.

Der SKN St. Pölten ist im Kalenderjahr 2019 in der Fußball-Bundesliga zwar weiter sieglos, hat aber trotzdem vorzeitig den Sprung in die Meistergruppe geschafft. Dafür durfte sich die Mannschaft von Trainer Ranko Popovic am Sonntag sogar eine 2:3-Niederlage bei der Admira leisten, da Rapid gleichzeitig bei Mattersburg verlor. Die Admira ist mit nunmehr drei Siegen ins Frühjahr gestartet.

Der Gastgeber ging in der 36. Minute durch einen Kopfball-Treffer von Emanuel Aiwu nach einem Freistoß in Führung, weniger später glich Luca Meisl (40.) ebenfalls nach einer Standardsituation aus. Nach der Pause hatte die Admira zwar mehr vom Spiel, doch St. Pölten die besseren Möglichkeiten. Nach einem etwas glücklichen Tor von Sasa Kalajdzic (83.) fielen noch zwei Treffer in der Nachspielzeit: Erst glich Rene Gartler (92.) per Hands-Elfmeter aus, in der 94. Minute traf erneut Aiwu zum Admira-Sieg.

Der WAC verabsäumte es, sich das Ticket für die Meistergruppe in der Fußball-Bundesliga zu sichern. Die Kärntner spielten beim TSV Hartberg nur 1:1 und können daher in der letzten Runde vor der Ligateilung noch aus den Top sechs verdrängt werden. Die Ausgangslage für das Team von Christian Ilzer ist mit einem Drei-Punkte-Plus auf den Siebenten Rapid aber nach wie vor gut.

Der weiter fünftplatzierte WAC ging in der Profertil Arena dank eines herrlichen Weitschusstreffers von Christopher Wernitznig (36.) völlig verdient in Führung. Nach einer Gelb-Roten Karte für Marcel Ritzmaier (56.) kamen die Hausherren aber besser in die Partie und wurden mit dem Ausgleich von Rajko Rep (66./7. Saisontor) belohnt. Damit gingen für beide Teams die Sieglosserien weiter, sie haben seit sieben Partien nicht mehr gewonnen. Der TSV hat bei einem Rückstand von drei Punkten und dem klar schlechteren Torverhältnis als Sturm Graz eigentlich keine Chance mehr auf das obere Play-off.

(APA)