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Emir von Katar zu Besuch in Wien

Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, ist im Rahmen seines Wienbesuches am Dienstag mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zusammengetroffen. Gemeinsam wohnten die beiden der Unterzeichnung zweier Memoranden über die bilaterale Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Tourismus bei.

Pressestatements oder die Möglichkeit für Journalistenfragen gab es auch im Bundeskanzleramt, wie zuvor beim Treffen des Emirs mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, nicht. Bei den vorangegangenen Gesprächen des Bundespräsidenten mit dem Emir und seiner Delegation standen laut Präsidentschaftskanzlei insbesondere die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen im Mittelpunkt.

So sind laut Hofburg österreichische Unternehmen am Bau des Al-Waka-Stadiums für die Fußball-WM 2022 beteiligt. Inhalt des Gespräches seien damit zusammenhängend auch die notwendigen Verbesserungen der arbeitsrechtlichen Lage von Gastarbeitern und der Menschenrechte in Katar gewesen. Das Emirat habe als erster Golfstaat das sogenannte Kafala-System, das Arbeitnehmer weitgehend rechtlos hält, teilweise abgeschafft. Der Bundespräsident würdigte laut seinem Sprecher diese Fortschritte, die auch von der International Labour Organisation (ILO) bestätigt würden, und wies darauf hin, dass noch einiges zu tun sei. Am späteren Nachmittag stand für die katarische Delegation noch der Besuch eines katarisch-österreichischen Wirtschaftsforums auf dem Programm.

Katar mit seinen riesigen Gasreserven gilt als reichster Staat der Welt. Dem Emirat gehört auch „Al-Jazeera“, der weltweit größte arabische TV-Nachrichtensender. Das politische System Katars wird von der Herrscherfamilie dominiert, die mehrere tausend Mitglieder zählt und in verschiedene Zweige zerfällt. Von den schätzungsweise bis zu 2,36 Millionen Einwohnern des Emirats besitzen nur etwa zwölf Prozent die katarische Staatsbürgerschaft. Tamim bin Hamad Al-Thani übernahm das Amt des Staatsoberhaupts 2013 von seinem Vater Scheich Hamad Bin Khalifa al-Thani. Er ist mit drei Frauen verheiratet und hat zehn Kinder.

(APA)