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Angeblich erste Hilfsgüter in Venezuela eingetroffen

In Venezuela ist nach Angaben des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido eine erste Hilfslieferung aus dem Ausland eingetroffen. Eine Lieferung mit Hilfsgütern sei aus Brasilien über die Grenze nach Venezuela gelangt, teilte Guaido am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. „Das ist ein großer Erfolg, Venezuela!“, schrieb der Oppositionspolitiker.

Der inzwischen von mehr als 50 Ländern anerkannte Interimspräsident hatte die Hilfslieferungen für diesen Samstag angekündigt. Die meisten Hilfsgüter stehen in der kolumbianischen Grenzstadt Cucuta bereit. Die Lebensmittel und Medikamente sollen von tausenden Freiwilligen an bedürftige Venezolaner verteilt werden.

In dem südamerikanischen Land herrscht trotz seines Ölreichtums eine Wirtschaftskrise mit akuten Versorgungsengpässen. Fast drei Millionen Menschen sind vor dem Elend bereits geflohen. Zur Krise sollen unter anderem die internationalen Sanktionen gegen die Regierung Maduros, deren Misswirtschaft sowie der Devisenmangel infolge des gefallenen Ölpreises beigetragen haben.

Venezuelas umstrittener Staatschef Nicolas Maduro lehnt die Hilfslieferungen strikt ab. Er prangert sie als Vorwand an, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden solle. Am Freitag schloss seine Regierung große Teile der Grenze zu Kolumbien, nachdem Guaido trotz eines Ausreiseverbots ein Benefizkonzert auf der kolumbianischen Seite der Grenze besucht hatte.

Guaido hat am Samstag zudem verkündet, auch die von den USA gestiftete humanitäre Hilfe sei „auf ihrem Weg“ nach Venezuela. Die Hilfe werde „definitiv“ Venezuela erreichen, „auf friedliche und ruhige Weise“, sagte Guaido bei einer Zeremonie zum Start des Hilfstransports an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela.

Begleitet wurde Guaido von den Präsidenten Kolumbiens, Chiles und Paraguays. Guaido rief die venezolanischen Sicherheitskräfte an den Grenzübergängen auf, sich „auf die Seite der Verfassung“ zu stellen und die Hilfsgüter durchzulassen. Mindestens vier Militärs liefen am Samstag nach Kolumbien über, berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

An der geschlossenen Grenze zu Brasilien kam es am Freitag auf venezolanischer Seite zu einem schweren Zusammenstoß von Sicherheitskräften mit indigenen Bewohnern, die üblicherweise auf der anderen Seite der Grenze in Brasilien Lebensmittel einkaufen. Zwei Demonstranten seien in der Ortschaft San Francisco de Yuruani getötet worden, erklärte der venezolanische Oppositionsabgeordnete Americo De Grazia. Elf weitere Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser auf der brasilianischen Seite eingeliefert, wie das Gesundheitsministerium von Roraima weiter mitteilte.

Inmitten des Machtkampfs in Venezuela sind nach kolumbianischen Angaben 13 weitere Sicherheitskräfte desertiert. Elf Soldaten und zwei Polizisten aus dem benachbarten Krisenland seien über die Grenze nach Kolumbien geflohen, teilte die dortige Einwanderungsbehörde am Samstag mit. Zuvor hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet, mindestens vier Militärs seien am Samstag nach Kolumbien übergelaufen.

(APA/dpa)