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Kulturhauptstadt: St. Pölten, Dornbirn, Bad Ischl im Rennen

Großes Aufatmen herrscht bei den drei Bewerbern um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2024: Alle drei Kandidaten – St. Pölten, Dornbirn und Salzkammergut/Bad Ischl – wurden nach dem Hearing am Mittwoch von der Expertenjury auf die am heutigen Donnerstag präsentierte Shortlist gesetzt. Nun gilt es, die Konzepte zu überarbeiten und für die finale Präsentation im November aufzubereiten.

Als Nachfolger von Graz 2003 und Linz 2009 bewirbt sich Dornbirn gemeinsam mit Feldkirch, Hohenems und der Regio Bregenzerwald unter dem Titel „Dornbirn plus“. Das Salzkammergut mit Bad Ischl entwickelte im Bewerbungskonzept ein „Kulturkammergut“. Auch in St. Pölten will man die umliegende Region miteinbeziehen und Verbindungen und Netzwerke aufbauen und verbessern.

„Wir haben hart gearbeitet und uns gestern ausgezeichnet präsentiert. Es war der richtige Weg, auf Kultur und auf eine Weiterentwicklung der Stadt zu setzen,“ freute sich St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) gegenüber der APA. „Es ist eine Bestätigung des Kurses, den wir eingeschlagen haben und dass wir uns getraut haben, als Kleiner beim Konzert der Großen mitzuspielen“, zeigte sich auch Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide (SPÖ) euphorisch. Die Strategie der Transformation einer inneralpinen Region unter dem Thema „Salz und Wasser“ sei erfolgreich gewesen. „Wir haben die Sondersituation ganz im Westen in der Vier-Länder-Region. Es ist eine Besonderheit, dass wir uns mit dem Bodenseeraum und damit mit Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz – zwei Nicht-EU-Ländern – bewerben“, erläuterte Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP).

„Wir sind glücklich über die Arbeit, die bisher geleistet wurde“, zeigte sich Jury-Vorsitzende Cristina Farinha bei der Pressekonferenz überzeugt von den eingereichten Projekten. „Man konnte erkennen, dass Europa in allen Städten als unverzichtbar empfunden und dass Kultur als Verständigungsmittel untereinander verstanden wird. Bei diesem großen Projekt geht es nicht um Brüssel oder die Hauptstädte der Mitgliedsstaaten, sondern um uns alle, um die Bürger.“

Wolfgang Bogensberger, stellvertretender Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission, erinnerte an die Gründung des Kulturhauptstadt-Projekts im Jahr 1985 durch die damalige griechische Kulturministerin Melina Mercouri. „Seither hat sich die Idee in eines der ambitioniertesten Programme der EU entwickelt und wurde zur Trademark. Jede Stadt, die ausgesucht wurde, ist sehr stolz. Die bisherigen Kulturhauptstädte wurden zu Magneten für Künstler, die umliegende Bevölkerung, Touristen und auch Investoren.“

Für Sylvain Pasqua von der Generaldirektion für Bildung, Jugend, Sport und Kultur in der Europäischen Kommission ist es eine „Initiative, die europäische Städte näher zu den Menschen bringt“. Heute gehe es mehr denn je darum, einander kennenzulernen und sich auszutauschen, die Diversität wertzuschätzen und näher aneinanderzurücken. „Die Kulturhauptstadt ermöglicht den interkulturellen Dialog zwischen den Städten und Ländern.“

In der international besetzten Jury saßen mit der Kulturmanagerin Sylvia Amann, Anja Hasenlechner, der Gründerin der Kunst und Kreativberatungsagentur hasenlechner-art consult, sowie Dominik Nostitz-Rieneck (die beiden Letzteren als Nominierte des Bundeskanzleramts) auch drei Österreicher. In die nächste Runde kamen jene Bewerber, die Kriterien wie Nachhaltigkeit, Umsetzungsfähigkeit und Einbindung der Bevölkerung am besten erfüllen, was bei allen drei Kandidaten der Fall gewesen sei. Die Städte können in den kommenden Monaten ihre Konzepte konkretisieren und im November erneut der Jury präsentieren. Wer das Rennen macht, wird unmittelbar danach bekannt gegeben.

(APA)