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Handy-Recycling für den guten Zweck

Last updated on Januar 28, 2019

Durchschnittlich wird ein Mobiltelefon alle zwei bis drei Jahre – je nach Handytarif – ausgetauscht. Das alte Handy wird dann entweder an Freunde, Bekannte und Verwandte weitergegeben oder landet in der Schublade. Ein Reserve-Telefon zu haben, kann durchaus seinen Charme haben. Doch wie viele dieser Rücklage-Handys braucht man? Geschätzte 9,5 Millionen Geräte sind heutzutage ins Österreich im Umlauf. Zahlreiche Unternehmen und Institutionen rufen deshalb immer wieder dazu auf, Mobiltelefone für einen guten Zweck zu spenden.

 

Sondermüll Handy
Ausrangierte Handys sind als Sonderabfall zu behandeln und dürfen deshalb auf keinen Fall im normalen Hausmüll landen. Der Grund: In Teilen der Handys stecken giftige Stoffe, ganz abgesehen davon, dass es eine Mischung unterschiedlicher Materialien ist. Die meisten Handys und Smartphones bestehen zu mehr als 50% aus Kunststoff. Ein Viertel des Telefons sind verschiedene Metalle und der Rest teilt sich in Glas, Keramik und sonstige Stoffe.

Zu den giftigen Stoffen zählt etwa Arsen, das bei der Herstellung für bessere Festigkeit genutzt wird. Antimon wird zum Löten verwendet, Palladium zur Herstellung von dünnen Folien und Beryllium zur Abnutzungshemmung. Diese Stoffe schaden zwar nicht beim Telefonieren, können aber bei nicht-sachgerechter Entsorgung auf Müllhalden ins Grundwasser gelangen oder bei der Verbrennung die Luftqualität und damit auch die menschliche Nahrungskette belasten.

 

An die Quelle zurück
Gezieltes Recycling ist also sinnvoll – und kann Gutes tun. Mobilfunkanbieter in Österreich rufen regelmäßig dazu auf alte Handys für einen guten Zweck zu spenden und richtig zu recyceln.

„Bei A1 haben alle Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihre alten Handys in den A1 Shops abzugeben. Die gesammelten Handys werden entweder wiederverwendet oder umweltgerecht recycelt. Wichtig ist vor Abgabe der Handys persönliche Daten zu löschen und die SIM-Karte herauszunehmen“, so Sebastian Pfeiffer, Experte für iPhone bei A1. Vor allem ältere Modelle werden im Rahmen dieser Aktionen eingesammelt, aber auch durchaus noch funktionstüchtige neuere Smartphones, die die Kunden nicht mehr benutzen, so Pfeiffer.

Seit 2012 spendet A1 für jedes abgegebene Gerät vier Euro an den Verein Kinderhände zur Förderung der Gebärdensprache bei Kindern als Erst- und Zweitsprache. Kinderhände ist die einzige Sprachschule Österreichs, in der gehörlose Kinder mit ihren Familien die Gebärdensprache lernen können.

Auch T-Mobile nimmt alte Handys an, kauft sie entweder zurück oder akzeptiert sie als Spende. Für jedes abgegebene Handy gehen zwei Euro an DEBRA Austria, den Verein für Betroffene der Hauterkrankung Epidermolysis bullosa, auch „Schmetterlingskinder“ genannt.

 

Handy eintüten
Ö3 sammelt seit einigen Jahren im Rahmen der Wundertüten-Aktion Mobiltelefone ein – drei Millionen Handys sind bisher zu 4,5 Millionen Euro Spendengeld für Familien in Not in Österreich geworden. Die roten Tüten kommen mit der Post, werden dann mit Handys (gerne auch mit Zubehör) gefüllt und in den nächsten Briefkasten geworfen – natürlich portofrei.

Für jedes verwertbare Handy gehen drei Euro und für jedes kaputte Handy 50 Cent an die Soforthilfefonds von Licht ins Dunkel und der Caritas. Dieses Jahr machen auch österreichische Schulen bei der Ö3 Aktion mit, die bis jetzt über 20.000 Handys gesammelt haben.

 

Sammeln im großen Stil
In größerem Umfang sammeln kann man für die Jane Goodall-Institut Austria, das auf Wunsch ganze Sammelboxen liefert und auch wieder abholt. Für jedes abgegebene oder eingeworfene Handy bekommt das Jane Goodall Institut-Austria 1,50 Euro und kann damit Schimpansen retten. Ähnlich gehen es auch die Roten Nasen an, die Tag für Tag kranke Kinder in Spitälern besuchen und zum Lachen bringen. Sie bringen nicht nur eine Sammelbox ins Haus, sondern auch Infoblätter und Werbeplakate. Ist der Behälter voll, wird er wieder kostenlos abgeholt. Jedes vollständige und funktionierende Handy bedeutet eine Spende von zwei Euro für die Clowndoctors mit den roten Nasen.

 ag/red