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Attraktiv und motivierend – Tipps fürs Büro

Last updated on Januar 28, 2019

Wann ist ein Büro schön? Wenn es bunt und lebendig ist? Wenn man Zeit zum Plaudern und Platz zum Nachdenken hat? Wenn auf dem Schreibtisch ein Foto der Familie steht? Oder wenn die Wände in den Lieblingsfarben gestrichen sind?  Was nun wirklich als schön empfunden wird ist subjektiv. In den individualisierten Zeiten in denen wir Leben, kann man diese Subjektivität noch nicht einmal in Kategorien wie Alt & Jung, Selbständig & Angestellt, etc. unterteilen – die Geister scheiden sich beim Thema Schönheit. Eine Ansicht allerdings eint Wissenschaftler und Praktiker: Eine angenehme Umgebung steigert die Motivation der Mitarbeiter.

 

Lärm demotiviert

Es ist nichts Neues, dass Lärm nicht nur ablenkend, sondern auch demotivierend ist. Sich deshalb aber in sein kleines Zimmer einzusperren und den endlos langen Flur entlang nur geschlossene Türen vorzufinden sollte hier aber nicht die Lösung sein. Auch das Großraumbüro ist nicht das Gelbe vom Motivationsei. Der Standard berichtet von einer australischen Studie – unter der Leitung von Vinsh Oommen – welche ergeben hat, dass 90 Prozent der Mitarbeiter diese Art des Arbeitens als negativ für Psyche und Gesundheit erachten. Der Grund: Reizüberflutung, Verlust der Privatsphäre und das damit zusammenhängende Gefühl der ständigen Überwachung. Eine Schweizer Studie im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft aus dem Jahr 2012 zeigt Ähnliches. Die Eidgenossen bemängelten den Lärmpegel, die schlechte Luft, unangenehme Lichtverhältnisse und Raumtemperaturen in großen Büros. Allerdings haben Arbeitspsychologen herausgefunden, dass die Produktivität bei Routinearbeiten steigt, wenn viele Menschen in einem Raum arbeiten, wie etwa bei Fließbandarbeit. Bei kreativen Aufgaben tritt aber genau das Gegenteil ein. Wie so oft liegt die Lösung wohl zwischen beiden extremen. Privatsphäre, ein eigenes Arbeitszimmer mit 2-3 Kollegen und Ruhe sind wichtig, um konzentriert und effizient arbeiten zu können und um sich am Arbeitsplatz wohl zu fühlen.

 

Individualität fördern

Sich im Büro zu häuslich einzurichten widerspricht in Zeiten von Corporate Identity oft dem Willen der Unternehmen. Viele Firmen ordnen daher, zugunsten eines einheitlichen Erscheinungsbildes, ordentliche Schreibtisch an. Sind Büros aber freundlich und nachhaltig gestaltet, sinkt auch der Drang der Mitarbeiter, sich dekorativ verwirklichen zu müssen. Arbeitspsychologen haben herausgefunden, dass vor allem dann Posterwände und Kleinraumdschungel wuchern, wenn die Umgebung besonders lieblos gestaltet ist. Allgemein ist es für die Raumgestaltung daher wichtig auf die Bedürfnisse und Interessen der Personen einzugehen, die in den Räumen arbeiten, was als Faustregel gilt. Arbeitspsychologen plädieren immer wieder dafür Mitarbeitern ein gewisses Maß an Individualität zuzugestehen. So sind Familienfotos oder Pflanzen am Schreibtisch beziehungsweise im Büro durchaus erwünscht und haben einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden, wodurch außerdem die Motivation gesteigert wird. Fühlt man sich am Arbeitsplatz wohl, erbringt man bessere Leistung und arbeitet gerne.

 

Mitarbeiter bringen sich ein

Ist man aber gezwungen die gewohnte Einrichtung beizubehalten, lohnt es sich doch Hilfe bei einem Spezialisten zu suchen. „Bei der Suche nach den geeigneten Büroräumlichkeiten kann es besonders hilfreich sein eine genaue Vorstellung davon zu haben, wie das Büro aussehen sollte, welche Räume wie genutzt werden sollen. Das erleichtert nicht nur die Suche nach der geeigneten Immobilie, sondern auch deren spätere Gestaltung. Erfahrungsgemäß setzen viele Unternehmen auf die professionelle Unterstützung von Innenraumarchitekten und –designern, die sie bei der Planung und Auswahl der Büroeinrichtung unterstützen“, weiß Claudia Pichler von BAR Immobilien Wien zu berichten. Experten wissen, wie man schon mit einfachen Handgriffen viel erreichen kann, etwa mit neuen frischen Farben an den Wänden, die freundlicher wirken. Oft reicht es aber auch, sich im Vorfeld schlau zu machen und einige Tipps einzuholen, um die Arbeitsräume so zu gestalten, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Besonders bei Startups, die mit vorsichtig mit dem vorhandenem Budget umgehen müssen, ist dies zu empfehlen. Im Idealfall werden die Mitarbeiter in die Arbeitsplatzgestaltung miteinbezogen und können eigene Ideen einbringen. Sie kennen die Arbeitsabläufe am besten und wissen genau, was am Arbeitsplatz noch fehlt oder dahingehend verbessert werden könnte, damit sich alle wohler fühlen. Leider ist diese Art der Kooperation zwischen Mitarbeitern, Vorgesetzten und Raumplanern noch eine Seltenheit, was sich in Zukunft aber noch ändern könnte.

 

Hochwertig sticht dekorativ

Die Wirkung eines unachtsam gestalteten Arbeitsplatzes spürt man nicht so schnell wie den Absturz eines Computers. Bei technischen Malaisen ist die Bereitschaft optimales Equipment zu beschaffen nämlich sehr hoch. Das in solchen Belangen allgegenwärtige Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat in seiner Soft Success Factors-Studie herausgefunden, dass es unabhängig von Trends und Geschmäckern immer die gleichen Kriterien sind, die die Attraktivität eines Büros steigern. Die Dekoration mit privaten Gegenständen sei der Studie zufolge weniger wichtig als ein hochwertiger Gesamteindruck. Dazu gehören warme Farbtöne, unterschiedliche Materialien wie Glas, Holz und Textilien und gesundheitsfördernde, ergonomische Möbel. Nichtsdestotrotz bleiben persönliche Gegenstände wichtig. Sie vereinfachen die Kommunikation mit Kollegen und unterstützen die eigene Einzigartigkeit.

 cc / red