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Eurogruppen-Chef Junckers Nachfolge noch offen

Angesichts der anhaltenden Schuldenkrise und der Probleme in Griechenland sowie der Debatte über die Bankenrettung für Spanien gab es heuer bereits 16 Treffen der Finanzminister der Währungsunion. Dazu kamen sechs Telefonkonferenzen. Die insgesamt 23. Sitzung ist für 13. Dezember in Brüssel angesetzt und könnte zum letzten Mal offiziell vom Vorsitzenden der Eurogruppe, Juncker, geleitet werden.

Die Nachfolgefrage ist weiterhin offen. Als Favorit galt lange Zeit der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, im Gespräch war zuletzt wieder der französische Ressortchef Pierre Moscovici und als eine Art Ausgleichskandidat könnte sogar wieder ein Luxemburger zum Zug kommen – der jetzige Finanzminister Luc Frieden. Letzterer hat zwar gleich abgewunken und erklärt, „das ist kein Thema für mich“. Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Othmar Karas, schlägt vor, EU-Währungskommissar Olli Rehn zum Vorsitzenden der Eurogruppe zu machen.

Bereits im Juli des Jahres wollte Juncker sein Mandat zur Verfügung stellen. Er ließ sich aber doch noch einmal breitschlagen, die Eurogruppe zu leiten, kündigte aber bereits im Sommer an, Ende des Jahres zurückzutreten.

Österreichs Finanzministerin Fekter hatte damals erklärt, für die Juncker-Nachfolge seien drei Kriterien ausschlaggebend, nämlich es müsse sich um einen Regierungschef handeln, die betreffende Person müsse aus einem Triple-A-Land kommen und schließlich sei Finanzerfahrung notwendig. Dies würde lediglich neben Juncker auf den finnischen Regierungschef Jyrki Katainen zutreffen, der aber postwendend erklärte, nicht zur Verfügung zu stehen.

Höchst unwahrscheinlich dürfte ein Szenario sein, dass sich Juncker doch noch eine Hintertür fürs Weitermachen offen gelassen haben könnte. Immerhin war es vergangenen Montag das erste Mal, dass er definitiv seinen Rücktritt erklärte. Zuvor hatte er immer nur gesagt, er müsse sich ein Weitermachen überlegen. Fekter hatte am gestrigen Dienstag noch auf die Frage, wen sie selbst als Nachfolger präferiere, erklärt: „Ich habe Juncker als Vorsitzenden sehr geschätzt“.

(APA)