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Müdigkeit am Steuer wirkt wie Alkohol

Müdigkeit ist beim Autofahren ähnlich gefährlich wie Alkohol am Steuer. In beiden Fällen lasse das Konzentrations- und Reaktionsvermögen stark nach, warnt der ADAC Südbayern. Außerdem neigten übermüdete Menschen wie Betrunkene zur Selbstüberschätzung.

Die Leistungsfähigkeit sei nach 17 Stunden ohne Schlaf ähnlich schlecht wie mit 0,5 Promille Alkohol im Blut, nach 24 Stunden sogar wie mit knapp 1 Promille, teilt der Automobilclub unter Berufung auf den Regensburger Schlafforscher Roland Popp mit.

Autofahrer sollten sich deshalb nur ausgeschlafen ans Steuer setzen und zum Beispiel nicht zu früh morgens nach wenig Schlaf in den Urlaub starten. Nach Angaben des ADAC Südbayern fordert Sekundenschlaf hierzulande jedes Jahr 50 Verkehrstote und 2400 Verletzte. Wer bei rund 100 km/h nur für zwei Sekunden kurz wegnickt, legt in dieser Zeit unkontrolliert fast 60 Meter zurück, gibt der Club zu bedenken.

Anzeichen für drohenden Sekundenschlaf sind brennende Augen, schwere Lider, mehrmaliges Gähnen, Tagträume und Stimmungstiefs. Außerdem haben übermüdete Fahrer plötzlich das Gefühl, die Straße verenge sich. Oder sie übersehen Straßenschilder und verpassen Autobahnausfahrten. Müde Fahrer sollten auf dem nächstbesten Parkplatz eine Pause einlegen und 20 Minuten im Wagen schlafen, empfiehlt der ADAC Südbayern. Nach Möglichkeit sollte auch ein Fahrerwechsel erfolgen, bevor die Reise weiter geht.

Sich schnell einen Kaffee oder ein anderes koffeinhaltiges Getränk zu genehmigen und sich danach sofort wieder hinters Lenkrad zu setzen, bringt müde Autofahrer übrigens nicht viel weiter. „Bis die auffrischende Wirkung des Koffeins eintritt, kann es bis zu einer halben Stunde dauern“, erklärt Hans-Günter Weeß, Schlafforscher aus Klingenmünster. Das werde oft unterschätzt. Er rät, erst einen Kaffee zu trinken und danach kurz zu schlafen. „Die Erholung durch den Schlaf und die anregende Wirkung des Koffeins kommen dann zusammen.“

(APA/dpa)