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Bei Klettersteigen die Länge nicht unterschätzen

Bergsportler müssen nicht nur der technischen Schwierigkeit eines Klettersteigs gewachsen sein, sondern auch seiner Länge. „Viele überschätzen die eigene Kraft und Kondition“, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) in München. Das sei einer der Hauptgründe für Unfälle.

„Es sind hauptsächlich die betroffen, die schon 10 bis 30 Mal einen Klettersteig gemacht haben, nicht die komplett Unerfahrenen.“ Bucher rät Anfängern dazu, erst einen Kurs zu machen und dann das Niveau – also Schwierigkeitsgrad und Länge – langsam zu steigern. Laut der Bergunfallstatistik 2010/2011 des DAV hat die Zahl der Notfälle beim Klettersteiggehen „alarmierend“ zugenommen. Der Alpenverein stützt sich auf Unfallzahlen seiner Mitglieder. Der Anteil der Notfälle beim Klettersteiggehen habe sich dabei seit 2002 verdreifacht.

Es gebe immer mehr schwere und lange Steige durch hohe Felswände, berichtet Bucher. „Jede Gemeinde meint, sie muss jetzt auch einen extrem schwierigen Klettersteig haben.“ Das führt dazu, dass viele Bergsteiger in der Wand irgendwann feststecken: „Man kommt nicht mehr vor und zurück, einfach weil die Kraft fehlt.“ Diese Notlage ist auch der Hauptgrund dafür, dass der Rettungshubschrauber ausrücken muss.

Bucher rät außerdem dazu, vor jeder Tour den Wetterbericht zu checken. Gefährlich wird es bei Gewitter: „Dann wirkt das Stahlseil wie ein Blitzableiter.“ Zur Grundausrüstung gehören Helm, Klettergurt und Klettersteigset. Das Set, das den Kletterer mit dem Seil in der Wand verbindet, müsse an das Körpergewicht angepasst sein. „Da würde ich gleich im Geschäft nach fragen.“ Ist das Set auf ein zu hohes Gewicht ausgerichtet, bremst der Bandfalldämpfer bei einem Absturz nicht richtig. Die Verletzungen durch den ruckartigen Aufprall sind dann oft besonders schwer.

(APA/dpa)