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Mehr Design im rollenden Heim

Ende August kommt die Reisemobilbranche auf dem Caravan Salon 2012 in Düsseldorf zum großen Klassentreffen zusammen. Vom Einsteigermodell bis zum Luxusmobil wird dort alles gezeigt, was das Camper-Herz begehrt. Der Trend bei den Fahrzeugen geht zu mehr Design.

Reisemobilisten soll es für den perfekten Urlaub an nichts fehlen: Bett, Bad und Küche sind Standard in den rollenden Ferienwohnungen. Und wer tiefer in die Tasche greift, bekommt zum Beispiel eine Fußbodenheizung dazu. Bei ihren Fahrzeugneuheiten legen die Hersteller wieder viel Wert auf Funktionalität, beschäftigen sich aber zunehmend mit Designfragen: Hochwertige Möbeloberflächen und Polsterbezüge liegen im Trend.

„Was wir feststellen, sind beispielsweise verstärkt glänzende Fronten“, sagt Dominic Vierneisel, Chefredakteur der Zeitschrift „promobil“. Mit mehr Design innen wie außen will etwa der Hersteller Hobby bei Kunden punkten. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eine futuristische Interpretation seines Modellklassikers 600 als Fahrzeugstudie mit gewölbten Seitenwänden und dunklen Scheiben vorgestellt. Auf diesem Designexperiment basiert das neue Modell Premium in den Varianten Van und Drive. Auch Niesmann + Bischoff setzt beim Arto auf besondere optische Akzente, zum Beispiel bei Polstern und Kissen.

Bei den Innenraumkonzepten geht der Trend „insgesamt zu noch mehr Kompaktheit“, stellt Vierneisel fest. „Was zudem immer beliebter wird, sind Queensbetten anstelle von Einzelschlafplätzen.“ Diese hätten den Vorteil, dass sie von drei Seiten zugänglich seien. Besonders gefragt sind teilintegrierte Reisemobile. Im Vergleich zu klassischen Alkoven-Modellen mit Schlafplatz über dem Führerhaus sind sie deutlich schlanker und windschnittiger. Bürstner bietet in der kompakten Van-Klasse mit dem Brevio ein besonders schmales Modell mit einer Fahrzeugbreite von nur 2,10 Metern an. Weitere Vertreter dieser Klasse sind der Globebus T von Dethleffs und der Knaus Van TI. Trotz der geringen Abmessungen und nur rund sechs Metern Länge gehören zwei vollwertige Schlafplätze zum Standard.

Stark im Kommen sind laut Vierneisel ausgebaute Kastenwagen, bei denen die Karosserie des Basisfahrzeugs weitgehend erhalten bleibt. Dadurch sind vergleichsweise niedrige Einstiegspreise möglich. „Die Basis dieser Klasse sind immer der Fiat Ducato oder der baugleiche Citroën Jumper.“ Die Firma Pössl hat zum Beispiel das Modell 2Win im Programm. Eine steigende Nachfrage gebe es auch nach preisgünstigen Einsteigermodellen bei den teilintegrierten Fahrzeugen, mit denen die Hersteller vor allem jüngere Kundenkreise erschließen wollen, sagt Vierneisel. Die Mehrzahl der Kunden sind Paare im Alter von 50 plus, die sich mit dem Kauf eines Reisemobils oft einen Lebenstraum erfüllen, so Vierneisel.

Wie dieser Traum aussehen kann, wenn es nach oben kaum Grenzen gibt, zeigen auf dem Caravan Salon Hersteller wie Vario mit dem Luxusmodell Perfect 1200 Platinum, in den sogar eine Garage für einen Mini integriert ist. Drei ausfahrbare Erker, Nussbaumholz und Leder, Sternenhimmel-Beleuchtung und eine Fußbodenheizung sollen unter anderem für Wohlbefinden sorgen. Der Preis für den rund zwölf Meter langen und 309 kW/420 PS starken Dreiachser: rund 1,1 Millionen Euro.

Mit dem behindertengerechten Reisemobil Paravano will Hymer auf der Messe das barrierefreie Reisen voranbringen. Auf Basis der Hymer B-Klasse sollen die individuell gefertigten Autos, die in Kooperation mit Paravan entstehen, Reisenden mit Rollstuhl neue Möglichkeiten der Mobilität bieten. „Unser Ansatz ist insofern neu, als der Kunde von Beginn an entscheidet, welche Details verändert werden sollen“, sagt Markus Horn von Hymer. Diese könnten von einer Hebebühne über verbreiterte Gänge bis zu Verankerungen für einen Rollstuhl reichen.

(APA/dpa)