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Die unbekannte Seite der Balearen

Wer Mallorca, Menorca und Ibiza einmal von einer ganz neuen Seite erleben möchte oder ganz einfach keine Lust auf volle Strände und Restaurants hat, der sollte mit dem Segelboot die schönsten, einsamsten und unbekanntesten Seiten der Balearen entdecken.

Der Ausblick auf den Hafen von Mahón mit seiner Altstadt und der ockerfarbenen Kathedrale könnte romantischer kaum sein. Dennoch gibt es eine Seite Menorcas und seiner Nachbarinseln, die nur wenige Urlauber zu Gesicht bekommen. Mit dem Schiff geht es zur Überfahrt.

In den Cales Coves, der Bucht der Höhlen, kann man vor Anker gehen, um sich zu stärken, bevor es nach Mallorca weitergeht. Bis zu 90 Höhlen befinden sich in den senkrechten Felswänden. Die ältesten dieser teils künstlich angelegten Felskammern stammen aus dem 9. Jahrhundert vor Christus. Hier lebten die Ureinwohner der Insel, und bis 1995 waren sie noch von Hippies bewohnt. Dann ließ die Polizei die Höhlen räumen. Die Ruhe ist himmlisch. Während sich in anderen Buchten die Touristenscharen am Strand drängeln, ist man hier fast ganz alleine.

Die Ankunft auf der größten Balearen-Insel könnte spektakulärer kaum sein. Bis zu 384 Meter hoch baut sich das Cap Formentor majestätisch auf. Oben auf der Landzunge bahnen sich Autokolonnen im Stau den Weg zum Leuchtturm. Auch an den eindrucksvollen Steilklippen der Halbinsel, die von den Mallorquinern „Treffpunkt der Winde“ genannt wird, kann man sich kaum sattsehen.

Im Yachthafen von Alcúdia, kann man einen speziellen Segeltörn machen, nämlich ein einem 40 Jahre alten, typisch mallorquinischen Holzsegelboot, von denen es nur noch wenige gibt, funktioniert noch mit einem Lateinersegel, wie es schon die Römer benutzten. Weiter geht es nach Porto Cristo, einem niedlichen, vom Massentourismus aber noch verschonten Ort. Über die Cala Mitjana geht es weiter zum Bilderbuchstrand von Es Trenc im Süden Mallorcas, wo man auch am Strand übernachten kann.

Durch die Bucht von Palma segelt man an der Kathedrale und am Marivent-Palast, der Sommerresidenz der spanischen Könige, vorbei. Bis Ibiza ist es noch eine lange Tagestour. Bis zur Abenddämmerung erreicht man die Cala Xarraca im Nordwesten Ibizas. Frische Brassen mit Weißwein und ein spektakulärer Sonnenuntergang machen die lange Überfahrt vergessen.

Vom Ibiza-Rummel bekommt man bis San Antonio nichts mit. Hohe Wellen und Gegenwind machen gen Süden zu schaffen, doch die gigantische Klippenlandschaft an der noch größtenteils unbesiedelten Nordwestküste ist die Mühe wert. Dort werden die malerische, von einem Tunnel ausgehöhlte Felseninsel Isla Margarita, umrundet. Bis zu 258 Meter erheben sich die Steilklippen am Cap Nuno. Kilometerlang streckt sich die Felsküste aus Kalkstein mit tief eingeschnittenen, menschenleeren Badebuchten. Hier ist das Reich der Möwen und Kormorane.

(APA/dpa)