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Alkoholtester in Frankreich selbst im Auto haben

Im Idealfall retten sie Leben, und jeder hat sie immer mit: Alkohol-Schnelltester, mit denen sich Autofahrer selbst überprüfen können, sollen in Frankreich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Ab Sonntag (1. Juli) sind sie vorgeschrieben, und alle Auto- und Motorradfahrer müssen einen bereithalten – Urlauber inklusive.

Die Polizei wird allerdings erst ab November Geldstrafen kassieren. Wer bei einer Kontrolle keinen unbenutzten Test vorzeigen kann, muss dann elf Euro zahlen.

Das Ziel ist klar: Wer etwas getrunken hat, soll den Test benutzen und danach wissen, ob er noch fahrtüchtig ist. Alkohol am Steuer ist seit 2006 Todesursache Nummer eins auf französischen Straßen. Bei jedem dritten tödlichen Verkehrsunfall hat einer der Beteiligten getrunken. Unumstritten ist die neue Vorschrift dennoch nicht. Kritiker sagen voraus, dass sich die meisten Alkoholsünder trotzdem ans Steuer setzen, selbst wenn sie wüssten, dass sie zu viel getrunken haben. „Das ist eine vollkommen ineffektive Maßnahme“, kritisiert Chantal Perrichon von der Verkehrsunfallopfervereinigung LCVR. Bei 80 Prozent der tödlichen Alkoholunfälle hätten die Verursacher sogar mehr als 1,2 Promille im Blut gehabt. Die gesetzliche Grenze liegt bei 0,5 Promille.

Ein weiteres Gegenargument ist eine zweifelhafte Zuverlässigkeit der Geräte. Der deutsche Autofahrerclub ADAC fand bei verschiedenen Modellen heraus, dass Messwerte relativ ungenau und meist nur schwer oder gar nicht zu erkennen sind. Französische Kritiker machten außerdem darauf aufmerksam, dass die ein bis fünf Euro teuren chemischen Tests Hitze und Frost schlecht vertrügen. Und Elektrogeräte als Alternative kosten leicht mehr als 100 Euro.

Die Befürworter argumentieren, dass die Tests bestimmte Normen erfüllten. Sie sind vom Erfolg des Projekts überzeugt. „Wir erhoffen uns, dass die Benutzung des Alkoholtests eine ganz unspektakuläre Sache wird, dass man mit ihm umgeht, wie man seit 15 Jahren mit Präservativen umgeht“, sagte der Verkehrspolitik-Experte Jean-Luc Nevache zur Veröffentlichung des Erlasses. Er setzt darauf, dass die Vorschrift jährlich 500 Leben retten kann. 2011 starben in Frankreich 1.150 Menschen an den Folgen von Alkohol am Steuer.

(APA/dpa)