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Erstes CO2-Minus-Kraftwerk entsteht in Villach

In Villach soll ab Sommer 2011 das laut Betreiber weltweit erste CO2-Minus-Kraftwerk in Betrieb gehen. Das Kraftwerk produziert aus Holz neben Strom und Fernwärme auch Holzgas, als Nebenprodukt fällt Wasserstoff an. Das dabei anfallende CO2 wird gefiltert, verflüssigt und industriell weiter verwertet.

Insgesamt sollen bis 2014 rund 57 Millionen Euro investiert werden, teilte die Stadt Villach in einer Aussendung mit. „Neben Elektrizität und Wärme in der bestehenden Biomasse-Raffinerie erzeugen wir jetzt auch wertvolle Biogase als speicherbare Energieträger und Grundstoffe für viele chemische Erzeugnisse“, erklärte Geschäftsführer der Biomasse-Energie GmbH, Hans Griesser. Das bedeute, je mehr Energie erzeugt werde, desto mehr CO2 könne gefiltert und als biogenes Gas für die Industrie genutzt werden. Insgesamt 70.000 Tonnen CO2 sollen es jährlich sein. Die Vergasungstechnik sei in Güssing im Burgenland bereits getestet worden, in dieser Bauart sei die Anlage aber die erste weltweit.

In der Biomasse-Raffinerie falle außerdem Wasserstoff als sogenanntes Kuppelprodukt an. „Die Installation dieser Komponenten wird erst in zwei Jahren abgeschlossen sein“, sagte Ferdinand Mossegger, zuständig für das Projektmanagement. Man habe bereits das technologische Know-How um den Wasserstoff auch als Treibstoff verwenden zu können. „Darunter fallen natürlich Wasserstoff-Tankstellen. Wir stellen uns aber auch ein Gasnetz vor, wo der Wasserstoff direkt zu Brennstoffzellen geleitet wird, wo Strom und Wärme produziert wird. Es gibt ja unzählige Möglichkeiten, Wasserstoff zu verwenden“, ergänzte Mossegger.

Bisher wurden rund 40 Millionen Euro in die seit 2007 bestehende Anlage investiert. Bis 2014 soll die Anlage in Vollbetrieb laufen, was nochmals eine Investition von insgesamt 17 Millionen Euro erfordert, um zwei Millionen Euro wird derzeit eine industrielle Trocknungsanlage für das Holz errichtet. Die Anlage produziert derzeit jährlich 75 GWh Fernwärme, damit werden rund 10.000 Haushalte über das Fernwärmenetz der Stadt Villach versorgt.

(APA)