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Solare Aktionen 2011 der Regierung

Die Regierung fördert die private Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie heuer mit zwei Aktionen, die mit Geldern aus dem Klima- und Energiefonds finanziert werden. Zum auch 2011 (wie im Vorjahr) mit 35 Mio. Euro gefüllten Photovoltaik-Fördertopf kommen 650.000 Euro hinzu, die ausschließlich für die Unterstützung von gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen in Fertighäusern gedacht sind.

Die beiden Programme sollen Österreich unabhängiger von fossiler und importierter Energie machen. „Unser Energiekonsum muss nachhaltig werden und für alle Österreicher leistbar bleiben“, teilte Umweltminister Niki Berlakovich (V) in einer Aussendung mit. Im Rahmen der Förderaktion „Photovoltaik 2011“ werden Aufdach-Anlagen bis zu einer Dimension von 5 kWpeak gefördert. Die Unterstützung ist mit 30 Prozent der Investitionskosten gedeckelt – die Förderpauschale beträgt 1.100 Euro pro KWpeak. 2010 seien rund 5.000 private Photovoltaik-Anlagen gefördert worden, heuer sollten es „an die 7.000“ werden, so der Minister. Damit würde neue Leistung im Ausmaß von rund 30 Megawatt geschaffen. Für die Wirtschaft bedeute dies zusätzliche Umsätze in Höhe von rund 120 Mio. Euro.

Bei den gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen, die heuer mit 1.450 Euro je kWpeak gefördert werden, dienen die Solar-Module beispielsweise als Fassade, Dach oder Sonnenschutz. Gefördert werden maximal 5 kWpeak – die Anlagen müssen „überwiegend privat genutzt“ werden. Die Aktion läuft bis 31. November 2011. Bundesländerstart in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg ist heute, Montag, 18.00 Uhr. Morgen, Dienstag, folgen Kärnten, Salzburg und die Steiermark – übermorgen das Burgenland, Niederösterreich und Wien. Die Einreichfrist endet für alle Bundesländer am 30. April, um 18.00 Uhr. Es gilt das „First come, first served“-Prinzip.

Mehr Geld gefordert

In Sachen Photovoltaik-Förderung ziehen Grüne und FPÖ an einem Strang. Beide Parteien fordern eine deutliche Aufstockung der Mittel für kleine Photovoltaikanlagen (Häuslbauer-Anlagen) von derzeit 35 auf 100 Mio. Euro. Im Vorjahr hätten die Förderungen „bei weitem nicht ausgereicht“, um allen Interessierten eine unabhängige Stromversorgung zu ermöglichen, teilte Grünen-Umweltsprecherin Christiane Brunner am Montag in einer Aussendung mit.

7.000 Haushalte will Umweltminister Niki Berlakovich (V) heuer eigenen Angaben zufolge fördern. „Wenn man bedenkt, dass Österreich mehr als 3,6 Millionen Haushalte hat, ist es nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein“, kritisiert Brunner. Wenn Berlakovich seine Energiewende ernst nehme, müsse er die Bundesfördermittel aufstocken. Wer eine Sonnenstromanlage auf seinem Dach will, soll diese auch gefördert bekommen. Höhere Förderungen würden Österreich sowohl von Öl und Gas als auch von Atomstrom-Importen unabhängig machen.

Im Rahmen der letzten Verhandlungen zwischen SPÖ, ÖVP und FPÖ sei es im Vorjahr gelungen, die Fördermittel von 18 auf 35 Mio. Euro zu erhöhen – die ÖVP sei ganz und gar nicht begeistert gewesen und habe nur zugestimmt, weil es sonst nicht zur erforderlichen Verfassungsmehrheit für das Ökostromgesetz gekommen wäre, so FP-Energiesprecher Norbert Hofer.

(APA)