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Toyota-Pannenserie weitet sich aus

Die Pannenserie bei Toyota nimmt immer größere Ausmaße an. Wegen der möglicherweise blockierenden Gaspedale plant der weltgrößte Autohersteller nun auch eine Rückrufaktion auch für den gesamten europäischen Markt.

„Es wird einen Rückruf geben, das steht fest, die Rückrufaktion ist aber noch nicht angelaufen, weil wir noch immer keine Klarheit haben“, sagte Toyota-Sprecherin Susanne Knechtges der dpa am Donnerstag. Es werde weiter geprüft, in welchen Modellen die problematischen Pedale des US-Zulieferers CTS eingebaut seien und um welche Produktionsjahre und Stückzahlen es gehe. Nach japanischen Medienberichten könnten europaweit in 2 Millionen Autos die fehlerhaften Gaspedale stecken.

In Europa ist Toyota auf fast allen Märkten vertreten und hat dort 2009 insgesamt gut 882.350 Fahrzeuge verkauft. In den USA waren es 1,8 Millionen. Die Rückrufe von Millionen Fahrzeugen in den USA kratzen schon jetzt schwer am Image des einst für seine zuverlässigen Autos bekannten Herstellers. Klemmende Gaspedale und sich verkeilende Fußmatten könnten unzählige Autoinsassen gefährden. Momentan sind in den USA insgesamt rund sechs Millionen Wagen von den Mängeln betroffen; in einigen Modellen treten die zwei Defekte parallel auf.

Die Sprecherin sagte, Toyota baue Gaspedale von mehreren Zulieferern ein, aber nur die Pedale des US-Herstellers könnten möglicherweise blockieren. Obwohl die in Europa verkauften Fahrzeuge fast alle auch in Europa produziert werden – in Frankreich, England, Tschechien und Polen – prüft das japanische Unternehmen sicherheitshalber auch, ob in diesen Wagen die unsicheren Pedale eingebaut worden sein könnten. „Es gibt aber keine Pläne und keine Notwendigkeit, auch in Europa die Produktion zu stoppen“, betonte Knechtges.

In den USA waren vor einigen Tagen Verkauf und Produktion von acht Modellen mehrerer Baujahre gestoppt worden – fast die halbe Modellpalette. Rund 2,3 Millionen Fahrzeuge der Baujahre 2005 bis 2010 wurden wegen der klemmenden Gaspedale zurückgerufen. Noch dazu rief Toyota erst am Mittwoch weitere 1,1 Millionen Kunden auf, ihre Autos in die Werkstatt zu bringen, weil sich Fußmatten und Pedale zu verkeilen drohten. Deswagen waren bereits 2009 mehr als 4 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen worden.

Toyota habe sich entschieden, weitere fünf Modelle in den Rückruf einzubeziehen, teilte der Hersteller mit. Darunter befindet sich der Verkaufsschlager Corolla. Auch der US-Rivale General Motors ist in Mitleidenschaft gezogen: Der auf Toyota-Technik basierende Kompaktwagen Pontiac Vibe muss ebenfalls zur Reparatur.

Damit laufen zwei große Rückrufaktionen parallel: In der vergangenen Woche hatte Toyota einräumen müssen, dass in 2,3 Millionen Autos Gaspedale in der durchgetretenen Stellung festhängen bleiben können. Toyota hat den Verkauf aller betroffenen Modelle gestoppt und will auch seine Produktion anhalten, um den Fehler zu beseitigen.

Für Toyota ist neben dem Imagedebakel auch der finanzielle Schaden immens: Von dem Verkaufsstopp ist fast die halbe Modellpalette betroffen, darunter die Bestseller Corolla und Camry. Experten rechen mit Millionenverlusten jeden Tag.

US-Medien berichteten bereits über Unfälle, in mindestens einem Fall auch mit tödlichem Ausgang. Laut „US Today“ haben sich mittlerweile rund 100 Fahrer an die zuständige US-Behörde für Verkehrssicherheit gewandt und über klemmende oder verkeilte Gaspedale berichtet. Toyota selbst spricht von Einzelfällen.

Der Zulieferer CTS, von dem die klemmenden Gaspedale stammen, wies am Mittwoch jede Schuld von sich. Alle Produkte seien nach den Vorgaben von Toyota gefertigt worden, teilte das Unternehmen aus Elkhart im Bundesstaat Indiana mit. Zwischenzeitlich hat der Zulieferer die Gaspedale neu gestaltet, getestet und will mit der Auslieferung an Toyota beginnen.

(APA/dpa)