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Zunahme von Gewalt gegen Journalisten

Die um fast 27 Prozent erhöhte Todesrate sei vor allem eine Folge des Mordes an 30 Journalisten auf der südphilippinischen Insel Mindanao im November 2009. Besonders gefährliche Länder für Journalisten waren Somalia (9 Todesfälle), Pakistan (5) und Russland (5), wie aus dem am Mittwoch publizierten RSF-Bericht hervorgeht.

In Kriegen und im Umfeld von Wahlauseinandersetzungen seien Journalisten besonderen Bedrohungen ausgesetzt. Sie gerieten in die Schusslinie, würden gezielt ermordet oder entführt, teilte RSF-Generalsekretär Jean-Francois Julliard anlässlich der Veröffentlichung der Jahresbilanz mit. Im Iran würden viele Journalisten für ihre kritischen Berichte vor und nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni mit Verhören, Gefängnisstrafen, Schikanen und schweren Misshandlungen drangsaliert. Auch Blogger wurden häufiger festgenommen, und die Zahl der zensierten Medien habe sich deutlich erhöht.

Eine größere Zahl von Journalisten wurde in diesem Jahr auch körperlich angegriffen oder bedroht. 1.456 Medienmitarbeiter wurden Opfer dieser Form von Gewalt, im Vorjahr waren es 929. Die Zahl der zensierten Medien stieg von 353 auf 570. Entführt wurden 33 Medienmitarbeiter (2008: 29). 157 Medienmitarbeiter mussten ins Exil gehen.

„Unsere größte Sorge ist in diesem Jahr der massive Exodus von Journalisten aus repressiven Staaten wie dem Iran oder Sri Lanka: Die Behörden in diesen Ländern fördern häufig bewusst eine Flucht von Journalisten und Bloggern, um damit den Pluralismus der Meinungen und Kritik zu unterdrücken. Diese Tendenz ist gefährlich und sie muss mit allen Kräften verurteilt und angeprangert werden“, warnte der RSF-Generalsekretär.

(APA)