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Literatur 2009 – Das Jahr der Frauen

Weiters wurde der 57-jährigen Hilary Mantel der Booker Preis für ihren Historienroman „Wolf Hall“ zuerkannt, und die spanische Schriftstellerin Angeles Caso gewann für ihren Roman „Contra el viento“ (Gegen den Wind), die Auswanderungsgeschichte einer jungen Frau, den Planeta-Preis, die höchstdotierte Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt.

Den Ingeborg-Bachmann-Preis 2009 gewann der in Norddeutschland geborene und in Zürich lebende Autor Jens Petersen, sein Roman „Bis dass der Tod“ wird im Herbst 2010 bei DVA erscheinen. Der Büchner-Preis ging nach Josef Winkler erneut an einen Österreicher: Den Salzburger Walter Kappacher hatten jedoch wohl noch weniger Experten auf ihrer Favoriten-Liste.

Für Peter Handke, nach dessen „Kuckucken von Velika Hoca“ heuer nur wenige Spatzen pfiffen, dürfte 2010 eher ein Theaterjahr werden, von Friederike Mayröcker, deren 85er Ende 2009 begangen wurde, kommt im Mai bei Suhrkamp mit „ich bin in der Anstalt. Fußnoten zu einem nichtgeschriebenen Werk“ eine neue Prosa, von Michael Scharang im März ebendort eine „Komödie des Alterns“, ein Roman über die Freundschaft zwischen einem Ägypter und einem Österreicher, die zu Hass wird. „die alarmbereiten“ heißen sieben Prosastücke von Kathrin Röggla, die im März bei S.Fischer erscheinen.

Der junge Grazer Clemens J. Setz schaffte es 2009 mit seinem kontroversiell besprochenen Mammut-Roman „Die Frequenzen“ sogar auf die Short-List für den deutschen Buchpreis. Gewonnen hat ihn – kurz nach der Nobelpreisbekanntgabe sicher eine taktische Entscheidung – nicht die ebenfalls gelistete Herta Müller, sondern Kathrin Schmidt mit „Du stirbst nicht“, der Geschichte einer Frau, die nach einer Hirnblutung im Krankenhaus aus der Bewusstlosigkeit erwacht.

Erster Deutscher Buchpreisträger war 2005 der Vorarlberger Arno Geiger. Sein neuer Roman „Alles über Sally“ startet im Februar bei Hanser mit der beachtlichen Auflage von 50.000 Stück, Paulus Hochgatterers „Das Matratzenhaus“ bringt es bei Deuticke ebenfalls im Februar immerhin auf 30.000 Exemplare Startauflage. Gleich die zehnfache Menge an Büchern liefert dagegen Zsolnay Ende April von Henning Mankells „Der Feind im Schatten“ aus: Wallanders letztem Fall dürfte einer der Hypes des kommenden Literatur-Jahres gelten. Als Gastland der Frankfurter Buchmesse wird Argentinien 2010 einige Aufmerksamkeit verbuchen dürfen.

Und wer liefert 2010 das Debüt des Jahres? Als erste Anwärterin geht Gabi Kreslehner im Februar mit „In meinem Spanienland“ (Picus), ihrem ersten Roman für Erwachsene, an den Start. Für „Charlottes Traum“ hat die oberösterreichische Hauptschullehrerin heuer alle erreichbaren Kinder- und Jugendbuchpreise gewonnen.

(APA)