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Thailand deportiert Hmong-Flüchtlinge nach Laos

Hunderte weitere Angehörigen der Minorität wollen das Camp aber nicht widerstandslos verlassen. Zu den von der thailändischen Regierung als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuften Menschen hat das Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) keinen Zugang.

In Vientiane erklärte der laotische Regierungssprecher Khenthong Nuanthasing am Montag, die Rückkehrer würden in die zentral gelegene Provinz Bolikhamsay gebracht. Die USA hatten von Thailand eine „humane und verantwortliche Lösung“ gefordert. Die US-Regierung wünsche, dass die Menschen, die Schutz verdienten, die Möglichkeit der Niederlassung in einem Drittland erhielten. In Bangkok hatte Regierungssprecher Panitan Watanayagorn zuvor auf eine vertragliche Vereinbarung mit dem Nachbarland hingewiesen, „die Hmong bis Ende des Jahres zu repatriieren“. Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva habe sich gegenüber der Regierung in Vientiane ausdrücklich verpflichtet, das Abkommen einzuhalten.

Die mehrheitlich in Laos beheimateten Hmong gehören zu den sogenannten Bergvölkern („Montagnards“) und galten während des zweiten Indochinakrieges als treueste Verbündete der US-Amerikaner bei der Bekämpfung der Kommunisten. Seit 1960 wurden Hmong systematisch vom US-Geheimdienst CIA angeworben, um gegen die kommunistische Bewegung Pathet Lao zu kämpfen. Bis zu 40.000 Hmong standen zeitweise im Sold der USA. Etwa 300.000 ergriffen nach der kommunistischen Machtübernahme 1975 die Flucht. Heute leben viele von ihnen in den Vereinigten Staaten.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) protestierte am Sonntag gegen die Abschiebung der Flüchtlinge durch die thailändischen Behörden. Auch UNHCR-Chef Antonio Guterres appellierte an die thailändische Regierung, von der Abschiebung Abstand zu nehmen.

(APA)