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Hoch über der Schweiz: Skiorte mit langer Saison

In Les Diablerets stehen 125 Pistenkilometer und 36 Liftanlagen zur Verfügung. In dem Bergdorf mit 1400 Einwohnern breiten sich die Chalets im traditionellen Holzbaustil weitläufig am Fuße des Diablerets-Massivs aus. „Wir sind ein ruhiger Ort ohne Fünf-Sterne-Hotels“, sagt Myriam Degallier vom Tourismusbüro. „Das Schickimicki-Publikum geht eher ins nahe Gstaad oder nach Villars.“

Drei kleinere Skigebiete in Höhenlagen von 1200 bis 3000 Metern stehen zur Auswahl: Isenau, Meilleret und Glacier 3000. Vor allem Anfänger und Familien klettern in die roten, eiförmigen Gondeln der nostalgischen Bahn des Skigebiets Isenau. Die leichten Pisten liegen den ganzen Tag in der Sonne. Daher wird im Frühjahr der Schnee oft sulzig. Dann heißt es: vormittags fahren und nachmittags sonnen.

Das auf 3000 Metern gelegene Gletschergebiet Glacier 3000 ist per Seilbahn erreichbar – sofern das Wetter es zulässt. Die Pisten dort zählen zu den höchstgelegenen in der Schweiz. Sie sind überwiegend blau markiert, also eher einfach zu fahren. Die zehn Kilometer lange Abfahrt „Combe d’Audon“ sollten aber nur Könner wagen – sie gilt als Herausforderung an Technik und Kondition. Bekannter als Les Diablerets ist Engelberg in der Zentralschweiz. Das Skigebiet Engelberg-Titlis erstreckt sich auf einer Höhe von 1050 bis 3020 Meter und bietet 82 Pistenkilometer.

Eine runde Gondel der Rotair-Seilbahn schwebt über den Gletscher den Klein-Titlis hinauf und dreht sich dabei: „Ah“ und „Oh“ und viel Kameraklicken sind zu hören, neben den Wintersportlern drängen sich auch Touristen aus Asien – manche barfuß in Sandalen oder ganz chic mit Handtasche. Einige sehen den ersten Schnee in ihrem Leben. Die sportlichen Skiläufer lässt das kalt. Sie konzentrieren sich auf die steilen, anspruchsvollen Pisten. Unterhalb des Titlis-Gipfels carven sie über Gletschereis. Bis in den Mai können Ski-Fans hier fahren. Selbst die zwölf Kilometer lange Talabfahrt mit 2000 Höhenmeter Unterschied ist dank der künstlichen Beschneiung bis Ostern geöffnet.

Vom „Ice-Flyer“, wie der Sessellift über dem Steinberg-Gletscher heißt, sind unzählige Spuren im Tiefschnee zu sehen. Engelberg ist beliebt bei Freeridern, denen planierte Pisten zu langweilig sind. „An manchen Tagen kommen schon mehr Tiefschnee- als Pistenfahrer“, stellt Bergführer Oliver Lustenberger fest. Ein Spaß ohne Risiko ist das allerdings nicht – mancher Rider stürzt in eine Gletscherspalte.

Es gibt eine Brotzeit in der Skihütte bei der „Station Stand“ auf 2450 Metern Höhe. Das rustikale Berglokal erinnert mit seinen Holzwänden und Kachelöfen an urige Hütten im alten Stil. Eine coolere Variante der Pause ist ein Drink im Igludorf, nahe der Station am zugefrorenen Trübsee. Die Skifahrer stehen hier in einem zeltartigen Raum aus Schnee an der Eisbar. Im Schneehotel lässt sich auch übernachten.

Ein drittes Skigebiet mit langer Saison ist Saas-Fee. Hier gibt es 22 Lifte, 100 Pistenkilometer in Höhen zwischen 1483 und 3600 Meter und einen Freestylepark für Snowboard- und Skifahrer. Vor Freeriding abseits der Pisten wird wegen der Gletscherspalten gewarnt.

Saas-Fee ist froh, ein Ort ganz ohne Autos zu sein. Entsprechend ruhig ist es – die Elektrofahrzeuge für den Gepäcktransport müssen sich sogar mit einem Glöckchen bemerkbar machen. Der Ort liegt auf einem Hochplateau am Fuße des Feegletschers. Für die letzte Etappe auf den Berg gibt es die „Metro“, eine unterirdische Standseilbahn. Sie wurde durch einen schrägen Stollen ins Bergmassiv gehauen. Endstation ist der Allalin auf 3500 Metern. Mit einem Blick auf einen der höchsten Berge der Schweiz, den 4545 Meter hohen Dom, bestellen sich Snowboard-Fahrer ihren Kaffee im Drehrestaurant „Top“. Die Panoramafenster geben hier eine freie Sicht auf 13 Viertausender.

Rund um die Mittelstation Felskinn tummeln sich Ski-, Snowboard-und Telemarkfahrer vor allem auf roten, also mittelschweren Pisten. Anfänger sind auf den steileren Hängen kaum zu erkennen. Ob Längfluh oder Spielboden: Stets haben die Wintersportler die nahe gelegenen Gletscher im Visier. Doch auch in Saas-Fee schrumpfen die Eismassen. Gut einen Meter im Jahr ziehen sich die Gletscher nach oben zurück.

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(APA)