Quelle: ZAMG

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Stromnetze vor Zusammenbruch

23.11.2015 - 10:43
Die Austrian Power Grid (APG) musste heuer bereits 140 Millionen Euro für die Stabilisierung der Stromnetze ausgeben. Erst letzte Woche stand das österreichische Stromnetz knapp vor einem Kollaps.
Stromnnetze erreichen Belastungsgrenze© dpa-ZentralbildStromnnetze erreichen Belastungsgrenze

Wie das „Wirtschaftsblatt“ berichtet, sind die steigenden Herausforderungen wegen der Energiewende offenbar kaum noch von den Netzbetreibern zu bewältigen. Erst Anfang letzter Woche hat es bei den deutschen und österreichischen Übertragungsnetzbetreibern große Probleme gegeben.

Demnach musste die in Österreich für Hochspannungsleitungen zuständige Austrian Power Grid (APG) am Montag die gesamte in Österreich zur Verfügung stehende Kraftwerksleistung anfordern, um das Netz vor einem Zusammenbruch zu bewahren. Der Grund für die Probleme wart hingegen trivial und könnte sich täglich wiederholen: in Norddeutschland war es an diesem Tag sehr windig.

„Wir mussten in den Nachtstunden eingreifen und alles tun, was machbar war“, erklärte dazu APG-Vorstand Gerhard Christiner bei einem Event im Wiener Impact Hub. Die APG musste insgesamt 3.685 Megawatt an Leistung kurzfristig in die Netze liefern. Alle Kraftwerke mussten hochgefahren werden, da es andernfalls zu einer Überforderung der Netze gekommen wäre. Die Folge wäre ein großflächiger Stromausfall gewesen.

 „Ich will gar nicht sagen, wie viel das gekostet hat“, kommentierte Christiner den Einsatz. Seit Jahresbeginn musste die APG-Regelzone bereits rund 140 Millionen Euro für derartige als „Redispatch“ bezeichnete Eingriffe ins Stromnetz aufwenden. Dies entspricht im Vergleich zum Mai dieses Jahres einer Verdreifacht.

Österreich muss dafür allerdings nur rund 20 Millionen Euro tatsächlich zahlen, der Rest muss von Deutschland finanziert werden. Laut dem APG-Vorstand wird die Energiewende in Deutschland bis Jahresende bis zu 600 Millionen Euro alleine für Redispatch-Maßnahmen kosten.

(relevant Redaktion)

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