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"Financial Times Deutschland" ist Geschichte

07.12.2012 - 14:04
Letzte Ausgabe der Zeitung© APA (dpa)Letzte Ausgabe der Zeitung

Die "Financial Times Deutschland" ist Geschichte. Mit großflächig geschwärzter Titelseite kam die Wirtschaftszeitung am Freitag zum letzten Mal heraus. Unter dem verstümmelten Logo "Final Times" standen die Worte "Endlich schwarz" - eine Anspielung auf die schwarzen Zahlen, die die "FTD" nie geschrieben hat. Das Aus hatte der Konzern Gruner + Jahr (G + J) vor zwei Wochen bekannt gegeben.

Die Ausgabe versammelte eine Auswahl der besten Investigativ-Storys, Porträts und Karikaturen aus fast 13 Jahren. Im Editorial schrieb die Chefredaktion: "Weil wir nach all den Jahren nicht einfach so aufhören können, zeigen wir Ihnen in dieser Ausgabe noch einmal, was wir so draufhatten und noch draufhätten."

Unter der Rubrik "Letzte Worte" widmete sich die "FTD" ausführlich dem Siemens-Konzern und schloss damit den Kreis zur Erstausgabe vom Februar 2000, die auf Seite eins getitelt hatte: "Siemens plant radikalen Umbau mit Konzentration auf zwei Sparten".

Eine Seite zeigte Fotos von 309 "FTD"-Mitarbeitern. An anderer Stelle stand ein riesiges Bild, auf dem sich das Team in Trauerkleidung verneigt. Man entschuldige sich, "liebe Gesellschafter, dass wir so viele Millionen verbrannt haben. Entschuldigung, liebe Anzeigenkunden, dass wir so kritisch über Eure Unternehmen berichtet haben. Entschuldigung, liebe Pressesprecher, dass wir so oft Euren Formulierungsvorschlägen nicht gefolgt sind. Entschuldigung, liebe Politiker, dass wir Euch so wenig geglaubt haben. Entschuldigung, liebe Kollegen, dass wir Euch so viele Nächte und so viele Wochenenden haben durcharbeiten lassen. Entschuldigung, liebe Leser, dass dies jetzt die letzten Zeilen der FTD sind."

Die letzte Ausgabe war an vielen Kiosken schnell ausverkauft. "Die ganze Zeit wollte die nie jemand haben", sagte ein Kioskverkäufer in Berlin. Auf einmal gebe es jetzt solch einen Ansturm. Laut Verlag sollten am Freitagnachmittag die letzten redaktionellen Inhalte auf die Internetseite "ftd.de" gestellt werden. Der Webauftritt werde voraussichtlich noch bis zur Jahreswende erhalten bleiben.

(APA /dpa)

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