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ORF-"Balkan Express" fährt weiter

10.10.2012 - 13:09
Neue Stationen sind Kroatien und Moldawien© APA/OTS/pre tvNeue Stationen sind Kroatien und Moldawien

Der im April 2008 vom ORF gestartete "Balkan Express" fährt weiter: Der Erfolg der zehnteiligen ORF/3sat-Dokureihe über Länder des Balkans, die im deutschsprachigen Raum vier Millionen Menschen erreichte, von zahlreichen Fernsehstationen übernommen und mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde, erhält nun zwei Fortsetzungen.

Regisseur Fritz Ofner drehte zwei neue Folgen in Kroatien (Erstausstrahlung am 21. Oktober in ORF 2) und Moldawien (28. Oktober, ORF 2). Heute, Mittwoch, wurde das Fortsetzungsprojekt bei einem Pressegespräch vorgestellt. "Es war ein riesiges Abenteuer. Und es hat sich ausgezahlt", resümierte ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl die bisherige filmische Entdeckungsreise durch Montenegro, Kosovo, Albanien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und die Türkei. Zwar habe sich die EU mit Förderungen zurückgehalten, doch EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn habe bei seinem Wechsel im Jahr 2010 die (von Hoanzl vertriebene) zehnteilige DVD-Box des "Balkan Express" an alle 300 Mitarbeiter verschenkt. "Das hat uns natürlich sehr gefreut."

Für die neuen Episoden (die auch auf 3sat und ORF III gezeigt werden) hat man mit der Geyrhalter Film zusammengearbeitet. Regisseur Fritz Ofner griff auf das "riesige Recherchematerial" der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI) zurück. "Die große Aufgabe war, daraus einen Film zu machen", meinte Ofner, der seine Kroatien-Folge "auch einen historischen Politthriller" nannte.

Tatsächlich steht in "Kroatien - Heldendämmerung" vor allem die Aufarbeitung der dramatischen jüngsten Geschichte des Landes seit dem Tod von Franjo Tudjman 1999 im Mittelpunkt. "Es ist ein Film, der nahe geht und auch weh tut. Es ist kein kulinarischer Film. Und es ist kein Kulturfilm, sondern ein Film über die gesellschaftliche und politische Vergangenheit, die auch zur Kultur gehört", sagte Traxl. Archivmaterial aus dem Balkankrieg und eine Nachzeichnung der darauf folgenden Ereignisse prägt den Film.

Zahlreiche Interviews belegen den schmerzhaften Vergangenheitsbewältigungsprozess und die Annäherung Kroatiens an die EU. Die Dokumentation endet mit Natur, Kultur und ein wenig Hoffnung: Der Schauspieler Rade Serbedzija, ein in Kroatien geborener Serbe, ist nach zwölf Jahren in den USA wieder nach Kroatien zurückgekehrt und baut auf Brioni ein internationales Theaterfestival auf. "Ich bin froh, wieder hier zu sein. Kroatien ist meine Heimat", sagt er. "Die Dinge sind jetzt viel, viel besser."

Hoffnung auf eine "Rückkehr nach Europa"

Für ESI-Präsident Gerald Knaus ist die Fortsetzung des "Balkan Express" mit Kroatien und Moldawien logisch: Beides seien Länder an der Außengrenze der EU und hätten ihn den 1990er-Jahren Traumatisches erlebt: "Kroatien Krieg und Besatzung, Moldawien den größten wirtschaftlichen Zusammenbruch, den je irgendein Land in Friedenszeiten durchgemacht hat. Die Filme zeigen, wie Menschen damit bis heute ringen, wie beide Gesellschaften versuchen, den Traumata der 90er-Jahre zu entkommen ... und wie in beiden sonst so unterschiedlichen Ländern eine ähnliche Idee, die Hoffnung auf eine 'Rückkehr nach Europa', dabei eine zentrale Rolle spielt."

Wird der "Balkan Express" weiterfahren? "Uns gehen langsam die Länder aus", meinte Traxl zur APA. "Aber es könnte bei manchen Ländern langsam bereits Zeit sein, sie wieder zu bereisen und Nachschau zu halten, was seither geschehen ist." Fortsetzung folgt.

Service: "Balkan Express": "Kroatien - Heldendämmerung", 21.10., 23.05 Uhr, ORF 2, 26.11. 22 Uhr, 3sat, 20.12., 23.35 Uhr, ORF III; "Moldawien - Zwischen den Welten", 28.10., 23.05 Uhr, ORF 2, 26.11., 22.55 Uhr, 3sat, 20.12., 0.30 Uhr ORF III; ORF III zeigt ab 15.11. als Dakapo die ersten zehn Episoden in Doppelfolgen.

(APA)

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