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Thomson Reuters schreibt Milliarden ab

09.02.2012 - 15:52

Der Finanzdatenspezialist Thomson Reuters hat das vergangene Quartal wegen einer milliardenschweren Wertberichtigung mit hohen Verlusten abgeschlossen. Im vierten Quartal verbuchte der Konzern eine Abschreibung auf sein Geschäft mit Finanzmarktkunden von drei Mrd. Dollar (2,26 Mrd. Euro), was zu einem Quartalsverlust von 2,57 Milliarden führte, wie Thomson Reuters am Donnerstag mitteilte.

Vor einem Jahr hatte der Nachrichten- und Datenkonzern noch 224 Mio. Dollar verdient. Der Konzern war 2008 mit der Übernahme des britischen Nachrichtenanbieters Reuters durch die kanadische Mediengruppe Thomson entstanden. Thomson hatte rund 17 Mrd. Dollar für Reuters bezahlt. Das Geschäft mit Finanzmarktkunden, größtenteils identisch mit den übernommenen Reuters-Geschäften, ist seit einiger Zeit das Sorgenkind des Konzerns, der seinen langjährigen Chef Tom Glocer im Dezember gegen James Smith ausgetauscht hat. Die Finanzkrise hat die Hauptkunden der Sparte Markets, die Banken, kräftig in Mitleidenschaft gezogen und damit auch die Geschäfte von Thomson Reuters mit Daten- und Nachrichtenterminals für Händler und Fondsmanager beeinträchtigt.

Mit einem Umsatzanteil von 58 Prozent ist das Finanzmarktgeschäft immer noch die größere der beiden Konzernsäulen. Die ehemals Markets genannte Sparte steigerte ihren Umsatz im vierten Quartal um zwei Prozent auf 1,85 Mrd. Dollar. Die ehemalige Sparte Professional, die Fachinformationen für Juristen und Steuerberater sowie Wissenschafter und Firmen anbietet, erhöhte ihre Erlöse um neun Prozent auf 1,5 Mrd. Dollar und nähert sich Markets immer mehr an. Um Sondereffekte wie die Wertberichtigung bereinigt verdiente das Unternehmen von Oktober bis Dezember 0,54 Dollar je Aktie, 17 Cent mehr als vor einem Jahr.

(APA)

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