Alltagsweisheiten aus der Lebensberatung "fauner consulting" gibt es am nächsten Dienstag zum vorerst letzten Mal. Nach neun Episoden kommt es bei der schon jetzt zum Kult avancierten Internetserie am 31. Jänner zum großen Finale in Doppelfolge.
"fauner consulting" ist der aus der Not geborene und rundum geglückte Versuch von Georg Weissgram und Manuel Rubey, auf eigene Faust mit geringsten Mitteln Unterhaltung mit Niveau zu machen. "Da kann sich der ORF ein Beispiel nehmen", schreibt einer der bereits knapp 1.200 Facebook-Freunde. Und das will der ORF eventuell auch. Erste Gespräche über eine Fortsetzung der Serie habe es jedenfalls bereits gegeben, berichten Hauptdarsteller Manuel Rubey und Kamerafrau Leena Koppe im APA-Gespräch.
Mehr als 11.500 Zuschauer haben die erste Folge von "fauner consulting", die ausschließlich im Internet zu sehen ist, bisher angeklickt. Im Vergleich mit manchen TV-Quoten sind die Zuschauerzahlen "lächerlich", die Erwartungen des fauner-Teams haben sie aber bei weitem übertroffen, so Rubey. Vor allem da die "No-budget-Produktion" komplett ohne Marketingbudget auskommen musste.
Eine Fortsetzung der melancholischen Komödie "fauner consulting" soll es daher "unbedingt geben", da sind sich Manuel Rubey und Leena Koppe einig. Ob weiterhin als Internetserie, in Zusammenarbeit mit dem ORF oder einem anderen Sender oder aber als Kinofilm ist offen - "alles ist denkbar", so Rubey. Eines allerdings muss anders werden: Geld muss her. Die erste Staffel sei nur mit "völliger Selbst- und Fremdausbeutung" möglich gewesen: "Das geht in der Form kein zweites Mal."
"Keine Suderanten"
Was man mit "fauner consulting" zeigen wollte, sei auch nicht, "dass Kunst nichts kostet". Es war viel mehr der Versuch einer öffentlichen Bewerbung mit Hilfe von Internet und Social Media, nachdem Georg Weissgram, der für Buch, Regie und Schnitt verantwortlich zeichnet, zuvor mit diversen Drehbüchern bei Produktionsfirmen abgeblitzt war. "Wir wollten uns nicht einfach in den Chor der Suderanten einreihen", daher habe man auf eigene Faust gehandelt und "fauner consulting" produziert, so Rubey.
Der Erfolg gibt ihnen Recht. Nicht nur zahlreiche namhafte Schauspieler wie Marion Mitterhammer, Simon Schwarz, Thomas Stipsits, Gerrit Jansen, Matthias Franz Stein, Marie-Christine Friedrich uvm. konnten - unentgeltlich - für das Projekt gewonnen werden, auch die Medien überschlugen sich in ihrem Lob für die intelligente Wiener Serie. Den Erfolg erklären sich Rubey und Koppe unter anderem damit, dass hier "nur Leute mitgearbeitet haben, weil sie an etwas glauben und nicht weil sie verpflichtet wurden".
Geglaubt haben sie nicht nur an das "großartige Drehbuch" von Georg Weissgram, man hatte vielmehr auch auch eine Mission: "Es ging uns darum, auf eine neue Generation aufmerksam zu machen, die etwas kann und die arbeiten will", so Koppe, die im Vorjahr mit dem Diagonale-Preis für Bildgestaltung ausgezeichnet wurde. "Wir wünschen uns von den Verantwortlichen mehr Mut und Risikobereitschaft, neue Sachen auszuprobieren und den Jungen eine Chance zu geben", so Koppe. Rubey findet, man solle die herkömmlichen Fördermodelle überdenken, und nicht nur Vorhandenes und Altbewährtes fördern, sondern vor allem den jungen Kreativen eine Chance geben.
Bis es soweit ist, gibt es "fauner consulting" im Internet. Am nächsten Dienstag steht ab 20.15 Uhr das große Finale an - dann sind erstmals alle zehn Episoden mit insgesamt über 120 Minuten im Netz unter http://www.fauner-consulting.at abrufbar.
(APA)

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