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Kurt Vorhofer- und Robert Hochner-Preis verliehen

28.05.2010 - 09:52
Preisträger Renate Graber und Franz Kössler (li.)© APAPreisträger Renate Graber und Franz Kössler (li.)

Am 27. Mai sind der Kurt Vorhofer- und der Robert Hochner-Preis in der Wiener Hofburg vergeben worden. Preisträger sind in diesem Jahr die "Standard"-Redakteurin Renate Graber und der langjährige ORF-Journalist Franz Kössler. Die von der Journalistengewerkschaft verliehenen Auszeichnungen sind auch heuer wieder von Bundespräsident Heinz Fischer übergeben worden.

Renate Graber hat den Vorhofer-Preis nach Jury-Meinung deshalb bekommen, weil sie über die Fähigkeit verfüge, "akribisch zu recherchieren und für ein breites Leserpublikum verständlich aufzubereiten". Es gelinge Graber, Zusammenhänge zwischen Politik und Wirtschaft nachvollziehbar darzustellen, Hintergründe gesellschaftlicher Strukturen würden durchleuchtet, Verflechtungen offen gelegt, so das von prominenten Journalisten besetzte Komitee. Graber selbst bezeichnete es als ihre Aufgabe zu "Schreiben, was zu schreiben ist, was geschrieben werden muss, und was, rechtlich wasserdicht, geschrieben werden kann: Das ist, worum es im Journalismus geht."

Dies sei ihr beim "Standard" möglich, so die Preisträgerin, die zu einer scharfen Kritik an Teilen der politischen und wirtschaftlichen Elite ausholte: Graber kritisierte "der Politik gefällige Unternehmenschefs, die himmelhoch fliegende Projekte oder riskante Spekulationsdeals in den Sand setzen und unbehelligt bleiben". Banker, denen "unter den Augen der Politik, die ihnen zudem die offenen Hände entgegenstreckt, Jahre Zeit gegeben wird, ihre Institute zuerst aufzublasen und dann auszuräumen oder ausräumen zu lassen". Politiker "die ohne Konsequenzen Staats- oder Landesvermögen vermindern dürfen". Landeshauptleute, "die ungestraft Minderheiten ihrer Rechte berauben dürfen".

Wichtigkeit des Qualitätsjournalismus

Der "Robert-Hochner-Preis"-Träger 2010, Franz Kössler, wurde für seine akribischen Recherchen, profunden Analysen und sein Denken in großen Zusammenhängen ausgezeichnet, so die Jury. Er betonte die Wichtigkeit des Qualitätsjournalismus abseits von unreflektiertem Boulevard, der nur "Verunsicherung geschürt und Ressentiments verstärkt" habe. Ein warnendes Beispiel ist in dem Zusammenhang Italien, in dem nach jahrelangen Berieseln mit seichten erotisierten Sendungen der Qualitätsjournalismus keine meinungsbildende Funktion mehr habe.

Journalistengewerkschafter Franz C. Bauer verwies darauf, dass Journalismus auch entsprechende materielle Absicherung brauche. "Tagelöhner können die Meinungsfreiheit nicht verteidigen", betonte er. Bauer sieht auch den Gesetzgeber gefordert, funktionierende Regelungen zu schaffen, in denen die arbeitsrechtlichen Rahmen nicht umgangen werden können. Außerdem gemahnte er die Regierungsparteien daran, dass die Vergabe "aller öffentlichen Mittel", also auch von Inseratengeldern und Druckkostenbeiträgen, verantwortlich zu handhaben sei. Als Erfolg bezeichnete er die Wiedereinrichtung des Presserates, der nun "mit Fingerspitzengefühl" daran gehen müsse, journalistische Standards in einzelnen Bereichen wie Opferschutz oder Wahrung der Unschuldsvermutung wieder herzustellen.

Der Kurt-Vorhofer-Preis wird von der Journalistengewerkschaft in Zusammenarbeit mit der "Kleinen Zeitung" und dem Sponsor "Verbund" ausgelobt. Namensgeber ist der 1995 verstorbene langjährige Leiter und stellvertretende Chefredakteur der Wien-Redaktion der "Kleinen Zeitung" Kurt Vorhofer. Der Robert-Hochner-Preis erinnert an den 2001 verstorbenen ORF-Anchorman. Die Auszeichnung wird ebenfalls von der Journalistengewerkschaft organisiert und vom Verbund gestiftet. Das Preisgeld beträgt jeweils 7.500 Euro.

(APA)

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