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Kaufkraft in Österreich langfristig gestiegen

30.12.2011 - 09:30

In den letzten drei Jahrzehnten ist der Arbeitsaufwand, den die Österreicher für den Erwerb von Kleidung, technischen Geräten oder Nahrungsmitteln leisten müssen, stark gesunken. Das geht aus Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts hervor. Zwar sind die Kosten deutlich höher als früher, dafür ist das Geld auch viel weniger wert und die Österreicher verdienen mehr davon.

So musste etwa ein Industriearbeiter 1980 für sein Neujahrsschnitzel noch deutlich länger arbeiten als heute: Der Aufwand für ein Kilogramm Schweinsschnitzel hat sich von einer Stunde und 22 Minuten nahezu halbiert auf 42 Minuten. Für einen Liter Superbenzin verringerte sich der Aufwand seit 1980 von 7,6 auf 5,8 Minuten. Dies entspricht ungefähr dem Gegenwert der Arbeit von Ende 1986. Superbenzin war 2011 somit etwa "gleich viel wert" wie vor 25 Jahren - dazu kommt noch, dass moderne Autos deutlich weniger Treibstoff verbrauchen als damals.

Deutlich teurer geworden sind hingegen einige Dienstleistungen, deren wichtigste Kostenkomponenten Arbeitskosten sind. Um eine Installateursstunde zu bezahlen musste ein Industriearbeiter im Jahr 1980 etwa 4,75 Stunden arbeiten, heute sind über 6,5 Stunden dafür erforderlich. Diese Divergenz sei in erster Linie auf den Anstieg der Belastung mit Lohnsteuern und Sozialabgaben von Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie der Gewinnaufschläge zurückzuführen, die in den Nettolöhnen der Industriearbeiter definitionsgemäß nicht enthalten seien, so die Erklärung der Wifo-Ökonomen. Nur für wenige Dienstleistungen wie etwa Privatzimmervermietung oder Wohnungsreinigung blieb der Aufwand annähernd gleich.

Tatsächlich gesunken ist die Kaufkraft im abgelaufenen Jahr durch den kräftigen Verbraucherpreisauftrieb. Für die gleiche Menge von Lebensmitteln musste man 2011 fast durchwegs etwas länger arbeiten als 2010, während der langjährige Trend der laufenden Verringerung des Aufwands für langlebige Konsumgüter anhielt.

(APA)

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