Das Wirtschaftswachstum in Österreich wird im kommenden Jahr stark einbrechen, 2013 soll es aber wieder zulegen. Das Wifo erwartet für 2012 nur noch 0,4 Prozent reales Plus, das Institut für Höhere Studien (IHS) geht von 0,8 Prozent Anstieg aus. 2013 soll das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber schon wieder um 1,6 (Wifo) bzw. 1,9 Prozent (IHS) klettern. Rezession wird es aber keine geben.
Dies erklärten die Institute am Donnerstag in ihrer neuen Konjunkturprognose. Im nun ablaufenden Jahr 2011 dürfte das Wachstum real 3,2 bis 3,3 Prozent betragen haben. In Mitleidenschaft gezogen wird die Realwirtschaft 2012 durch die Schuldenkrise, wodurch die Investitionstätigkeit stark gebremst wird und die Konsumfreude leidet. Wegen der Konsolidierungsbemühungen der öffentlichen Haushalte kann die Fiskalpolitik aber nicht expansiv gegensteuern. Ohne glaubhafte Konsolidierung könnten Vermögens- und Vertrauenseffekte sogar zu einer Rezession führen, warnt das IHS.
Aus dem Euroraum und von der Weltwirtschaft kommen deutlich schwächere Impulse als zuletzt. Das Wifo erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone 2012 stagniert und - wegen der Sparbemühungen der Staaten - auch 2013 nur um 1,3 Prozent wächst: "Einschnitte im Sozialsystem und steigende Steuerlast werden die Binnenkonjunktur im Euro-Raum belasten", betonen die Experten.
Für 2012 erwartet Wifo-Chef Aiginger jedoch nur ein einziges Vierteljahr mit einem Minus gegenüber dem Vorquartal, wie er am Mittwoch bei der Präsentation der neuen Prognose sagte - für eine echte Rezession müsste das zumindest zweimal der Fall sein. In den internationalen Indikatoren sei bereits wieder eine Besserung zu sehen, es sei also "nur eine Delle, keine Rezession".
(APA)

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