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Arbeitslosigkeit in Österreich sinkt weiter

01.01.2019 - 14:47
Es geht aufwärts© APA (dpa)Es geht aufwärts

Die Arbeitslosigkeit in Österreich geht zurück. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017, teilte das Sozialministerium zum Jahreswechsel mit. Die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt werden auch 2019 anhalten, prognostiziert indessen der Unternehmensberater EY.

Im Tourismus und in Tirol sind die Arbeitslosenzahlen im Dezember überdurchschnittlich stark zurückgegangen. In Tirol waren es 11,0 Prozent weniger Arbeitslose. In der österreichischen Tourismusbranche betrug der Rückgang 8,3 Prozent. Auch am Bau sank die Arbeitslosigkeit trotz Wintereinbruch im Jahresvergleich um 7,3 Prozent. Von der guten Lage am Arbeitsmarkt profitierten Männer (-7,5 Prozent) generell mehr als Frauen (-3,9 Prozent). Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen stieg um 19,3 Prozent auf 65.372, geht aus den bekannt gegebenen, vorläufigen Zahlen hervor.

Während die Zahl der Arbeitslosen bei Inländern um 8,4 Prozent zurückging, verringerte sie sich bei Ausländern nur um 1,0 Prozent. Auch ältere Personen ab 50 Jahre waren am Arbeitsmarkt benachteiligter, hier reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 2,3 Prozent. Bei Jugendlichen (unter 25 Jahre) betrug der Rückgang 9,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sank um 0,7 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent, jene nach EU-Definition sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent, die Jugendarbeitslosenquote nach Eurostat-Berechnung stieg um 0,2 Prozent auf 9,8 Prozent.

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) und Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck (ÖVP) freuten sich über den Rückgang der Arbeitslosigkeit. "Auf diesen Erfolgen dürfen wir uns aber nicht ausruhen, sondern müssen weiterhin Maßnahmen setzen damit wir die Arbeitslosen personalisiert weiterbilden und so schnell als möglich wieder am ersten Arbeitsmarkt integrieren können", erklärte Hartinger-Klein. "Wir müssen die gute Konjunktur nutzen, um möglichst viele Personen in Beschäftigung zu bringen", sagte Schramböck, die Verbesserungsbedarf bei der Lehrausbildung sieht. 2018 hätten sich 4,7 Prozent mehr Jugendliche für eine Lehre entschieden. Schramböck schränkte aber ein: "Gleichzeitig müssen wir uns auch bewusst sein, dass viele Fachkräfte nicht am heimischen Arbeitsmarkt zu finden sind", so Schramböck unter Verweis auf die Einführung einer regionalen Mangelberufsliste und die Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte.

Die Arbeiterkammer (AK) kritisierte unterdessen am Neujahrstag die Maßnahmen und Pläne der Regierung. "Alle reden vom Fachkräftemangel. Viele wollen deswegen mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten, und die Regierung ist auf dem besten Weg, diesen Wunsch zu erfüllen. Aber das ist der falsche Weg. Das hilft weder den bereits in Österreich lebenden Arbeitssuchenden noch kann so der Bedarf der Unternehmen nach FacharbeiterInnen abgedeckt werden", hieß es in einer Aussendung.

Laut einer Analyse von EY (Ernst & Young) wird der Aufschwung am heimischen Arbeitsmarkt auch 2019 weitergehen: EY erwartet für heuer rund 50.000 zusätzliche Jobs und einen weiteren Rückgang der Erwerbslosenquote von 4,9 auf 4,6 Prozent nach ILO-Standard. Seit 2007 sind in Österreich laut EY 480.000 zusätzliche Jobs geschaffen worden - nur in Deutschland und Frankreich seien es mehr gewesen, so die Berater. Allein 2018 entstanden demnach rund 81.000 neue Stellen, das ist Platz sieben in der Eurozone.

Obwohl der Konjunkturmotor in Europa brummt, ist die Arbeitslosigkeit in den meisten Eurozonenländern nach wie vor größer als vor Ausbruch der Krise. Nur sechs Eurozonen-Länder - darunter Deutschland, die Slowakei, Portugal und Belgien - weisen laut EY heute eine niedrigere Erwerbslosenquote auf als im Vorkrisenjahr 2007. Österreich sei das einzige Land, in dem die Erwerbslosenquote mittlerweile genau auf dem Niveau des Vorkrisenjahrs 2007 liegt. In zwölf Ländern liege die Quote zum Teil erheblich über dem Niveau von 2007 - vor allem in Griechenland, Spanien, Zypern und Italien.

(APA)

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