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Industriekonjunktur bremste sich erneut ein

27.12.2018 - 12:20
Stahlerzeugung bei der voestalpine© APA (Gindl)Stahlerzeugung bei der voestalpine

Die Abschwächung der österreichischen Industriekonjunktur setzt sich auch zum Jahresende fort - wenngleich auf hohem Niveau. Obwohl der Einkaufsmanagerindex der Bank Austria im Dezember um 10 Punkte auf 53,9 Punkte sank, übertrifft der aktuelle Wert den Durchschnittswert seit Umfragebeginn 1998 klar und liegt auch über dem Index für den Euroraum.

In den kommenden Monaten wird sich das Wachstumstempo der heimischen Industrie weiter verlangsamen. Für 2019 rechnet Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer mit einem Produktionsplus "um rund 3 Prozent", womit die Wachstumsraten der beiden Vorjahre nicht mehr erreichbar sein werden. "Eine Reihe politischer Unsicherheiten, der gestiegene Protektionismus im globalen Handel und die verschärften Finanzierungsbedingungen insbesondere für Schwellenländer dämpfen die Aussichten für 2019", sagte Bruckbauer am Donnerstag.

In der Industrie entstanden heuer 18.500 neue Jobs. Das drückte die Arbeitslosenquote im Sektor von 4,4 auf 3,8 Prozent, wobei die Arbeitslosigkeit in allen Bundesländern zurückging, besonders stark im Burgenland und Kärnten. Der Rückgang des aktuellen Einkaufsmanagerindex ist auf die Entwicklung der Neuaufträge zurückzuführen. "Erstmals seit drei Jahren haben die österreichischen Betriebe keinen nennenswerten Anstieg der Aufträge mehr zu verzeichnen", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.

Die Ursache liege vor allem in der schwächeren Nachfrage aus dem Ausland. Die Exportaufträge seien mit zunehmender Tendenz den dritten Monat in Folge gesunken und das Inlandsneugeschäft konnte diese Einbußen kaum mehr kompensieren. Die Betriebe seien insbesondere mit einer schwächeren Nachfrage aus dem Automobilsektor und ausbleibenden Neuaufträgen aus den Schwellenländern konfrontiert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet unterdessen mit einer Abschwächung der Weltkonjunktur im kommenden Jahr. Danach werde sich die Wirtschaft stabilisieren, erklärten die Währungshüter in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Wirtschaftsbericht. Die Inflation werde weltweit gesehen langsam zulegen.

An den weltweiten Aktienmärkten treiben Anleger seit einiger Zeit Sorgen um eine konjunkturelle Abkühlung um. Die Kurse an den größten Börsen sind deshalb auf Talfahrt. Die Volkswirte der EZB korrigierten zuletzt ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone nach unten. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2018 um 1,9 Prozent und 2019 um 1,7 Prozent zulegen. Noch im September hatten sie jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr erwartet.

Wegen der gedämpften Konjunkturaussichten will die EZB die Zinsen von derzeit 0,0 Prozent noch bis mindestens über den Sommer 2019 hinaus nicht erhöhen. Die Anleihekäufe stellt sie zum Jahresende dagegen ein. Allerdings werden fällig werdende Wertpapiere auf unbestimmte Zeit ersetzt.

(APA)

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