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Einigung auf neuen Bahn-KV nach Warnstreik

02.12.2018 - 14:46
Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber und vida-Chef Roman Hebenstreit© APAArbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber und vida-Chef Roman Hebenstreit

Knapp eine Woche nach dem Bahn-Warnstreik haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der zehnten Runde nach 16-stündigen Verhandlungen auf einen neuen Bahn-KV geeinigt. Die Löhne und Gehälter für die rund 40.000 Beschäftigten in der Bahnbranche steigen rückwirkend ab 1. Juli 2018 um 3,4 Prozent. Sonntagfrüh verkündeten die Verhandler in der Wiener ÖGB-Zentrale ihre Einigung.

Vida-Gewerkschaftschef Roman Hebenstreit war mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir haben gesagt, wir gehen heute in diese Verhandlung und wollen ein Ergebnis haben, egal, wie lange es dauert. Aber wir haben ein Ergebnis und darüber sind wir sehr froh", sagte Hebenstreit gegenüber dem ORF-Radio.

Für Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber ist der Abschluss finanziell gerade noch vertretbar. "Wir haben einen KV-Abschluss, für den sich die Unternehmen zur Decke strecken müssen und der hart an der Grenze des Leistbaren ist." In Summe kostet der Abschluss den mehr als 60 Bahnunternehmen in Österreich rund 100 Mio. Euro, schätzen die Arbeitgeber. Ein großer Teil davon entfällt auf die staatliche ÖBB.

ÖBB-Chef Andreas Matthä begrüßte die Einigung: "Unser Appell hat sich ausgezahlt, ich bin froh, dass sich die Vernunft durchgesetzt hat", so Matthä zur APA. "Durch Verbesserungen im Rahmenrecht ist es gelungen, gerade auch für junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Besserstellungen zu erreichen." Die ÖBB sucht in den nächsten Jahren Tausende Lokführer, Zugbegleiter und Verschieber.

Auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) zeigte sich über den positiven Ausgang der Eisenbahner-KV-Verhandlungen erfreut: "Ich bin erleichtert darüber, dass man heute Nacht zu einer Einigung bei der Erhöhung der Kollektivverträge gekommen ist", so Hofer. 3,4 Prozent rückwirkend ab 1. Juli plus höhere Einstiegsgehälter sowie mehr Zeitausgleich für jene, die hauptsächlich in der Nacht arbeiten, sei "ein fairer Ausgang und macht die ÖBB und alle anderen Bahnunternehmen weiterhin zu attraktiven Arbeitgebern im Land".

Darüber hinaus wurde auch eine Anhebung der Einstiegsgehälter bei eisenbahnspezifischen Berufen wie Lokführern, Verschiebern oder Wagenmeistern vereinbart. Diese Erhöhung werde mehr als 100 Euro ausmachen, sagte Scheiber. "In den Bereichen, wo wir in den nächsten Jahren sehr viele Nachwuchskräfte suchen, wollen wir uns als attraktiver Arbeitgeber besser positionieren können."

Die Veränderungen im Rahmenrecht sehen unter anderem vor, dass künftig Beschäftigte im Bahnsektor Anspruch auf einen Tag Sonderurlaub für ehrenamtliches Engagement bei der Feuerwehr oder Rettung haben. Wer vorwiegend in der Nacht arbeitet, soll mehr zusätzliche Freizeit erhalten, und zwar mit maximal sieben Tagen im Jahr." Daneben soll es mehr Flexibilität beim Zeitausgleich geben und eine 38,5-Stunden-Woche soll in Betriebsvereinbarungen möglich sein.

(APA)

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