Quelle: ZAMG

Wirtschaftskolumne

Partner

PR Inside

Metaller-KV - Beschäftigte bereiten Streikmaßnahmen vor

06.11.2018 - 13:56

Nach vier erfolglosen Kollektivvertragsrunden bei den Metallern erhöht die Gewerkschaft die Gangart. Seit Montag finden in ganz Österreich Betriebsversammlungen statt, in denen Resolutionen für etwaige Streikmaßnahmen beschlossen werden. Kommt es am Donnerstag bei der nächsten Verhandlung nämlich wieder zu keiner Einigung, will die Gewerkschaft streiken. Das Okay vom ÖGB gibt es schon.

"Wenn es notwendig ist, werden wir zur Durchsetzung eines raschen und den ausgezeichneten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechenden Abschlusses gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ergreifen", heißt es im Wortlaut in der von den Betriebsversammlungen beschlossenen Resolution. Eine davon hat am Dienstag in Wien-Liesing stattgefunden. Rund 450 Aufzugsmonteure von namhaften Firmen wie Kone, Thyssenkrupp oder Otis nahmen daran teil.

Insgesamt finden österreichweit 350 Betriebsversammlungen statt, etwa bei BMW, Magna, MAN, Rosenbauer, Bosch oder Teilen der Voest. Darin werden die Beschäftigten unter anderem über den Stand der Verhandlungen informiert.

Die Forderungen der Gewerkschaft sind bekannt: 5 Prozent mehr Lohn und Gehalt bzw. mindestens 100 Euro mehr im Monat sollen für die 192.000 Beschäftigten der Metallindustrie herausschauen. Den Arbeitgebern ist das zu viel. Sie bieten gut 2 Prozent Inflationsausgleich plus einen Anteil an der Produktivitätssteigerung, die sie mit 0,7 Prozent taxieren.

Auch die Arbeitszeitforderungen der Gewerkschaften wie zum Beispiel höhere Zuschläge und bezahlte Pausen bei langen Arbeitszeiten sowie ein Kündigungsschutz für jene, die Arbeitszeiten von täglich zwölf Stunden oder 60 Stunden pro Woche ablehnen, sind nach wie vor aufrecht.

Die Arbeitgeber halten das "Beschädigungspaket" der Gewerkschaft für schädlich für den Standort. Für einen Abschluss am Donnerstag müsse sich die Gewerkschaft bewegen - sonst werde man eben die Kampfmaßnahmen in Kauf nehmen, sagte der Sprecher der Metalltechnischen Industrie, Christian Knill, am Montag. "Das wird dann unangenehm, aber es ist noch unangenehmer, wenn wir Betriebe mit Belastungen, wie sie die Gewerkschaft fordert, überfordern."

Am Donnerstag (8. November) treffen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber ab 13 Uhr zum erneuten Feilschen. Das große Verhandlungsteam wird sich in der ÖGB-Zentrale aufhalten. Die eigentlichen Verhandlungen sollen aber in einem Wiener Hotel stattfinden.

Auch bei den Verhandlungen um den Bahn-KV hakt es weiter. Die Arbeitgebervertreter werfen der Gewerkschaft laut "Kurier" (Dienstag) vor, dass sie bewusst unerfüllbare Forderungen stelle. Laut Arbeitgeber-Verhandler Thomas Scheiber sind die Forderungen jenen der Metaller ähnlich, 5 Prozent mehr Lohn, Arbeitszeitverkürzung, Rechtsanspruch auf Vier-Tage-Woche etc., heißt es in dem Bericht.

Roman Hebenstreit, Chef der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, zeige sich verwundert: "Es gibt keinen konkreten Prozentsatz als Forderung." Für ihn würden nur drei Faktoren zählen: die Inflationsentwicklung, das BIP-Wachstum und die Entwicklung der Branche. Laut einer Studie habe diese ihre Produktivität um 6,5 Prozent gesteigert. "Davon wollen wir unseren Teil haben. Herr Scheiber soll nun sagen, was da unerfüllbar ist", so Hebenstreit im "Kurier".

Laut Scheiber saß ihm bei der siebenten Runde im Oktober Hebenstreit statt Günter Blumthaler gegenüber. Die Art der Gesprächsführung sei eine andere geworden. "Es gab neue Forderungen, die für die Branche nicht finanzierbar sind. Das würde die Kosten für die Löhne und Gehälter um zehn Prozent erhöhen. Das Angebot der Arbeitgeberseite liegt derzeit bei 2,7 Prozent. Die Gewerkschaft muss wissen, dass die Forderungen nicht durchgehen", sagt Scheiber. Er geht nicht von einer Einigung in der nächsten Runde am 21. November aus.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech