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Rekord-Apfelernte in Europa, Plus auch in Österreich

22.10.2018 - 15:15
Ertrag in der Steiermark schließt an Rekordjahre an© APA (Archiv/Gindl)Ertrag in der Steiermark schließt an Rekordjahre an

Die Apfelbauern in Europa steuern auf ein Rekordjahr zu. Laut Prognosen der World Apple Pear Association in Brüssel werden heuer 12,6 Millionen Tonnen erwartet. Das wäre einer der höchsten Erträge der vergangenen 20 Jahre. Auch Österreichs Landwirtschaft ist mit dem Ertrag zufrieden. Die Preise sind wegen des großen Angebots aber im Keller.

Die Apfelernte ist in Österreich fast abgeschlossen, sagte der Präsident des Bundesobstbauverbands Österreich, Rupert Gsöls, am Montag zur APA. Vor allem die Streuobstbäume seien nach schwachen Jahren heuer voller Äpfel gewesen. Beim Obstbau der Erwerbsbauern sieht das Bild etwas anders aus.

In der Steiermark, wo laut Statistik Austria knapp zwei Drittel der Obstbaufläche liegen, beläuft sich die Apfelernte heuer auf rund 188.000 Tonnen, wie die Landwirtschaftskammer in Graz auf APA-Anfrage mitteilte. Begünstigt wurden die Ernten durch einen durch Wetterereignisse ungetrübten Blühverlauf. Die vielen Sonnenstunden des Sommers und Herbstes - bei gleichzeitig ausreichend Niederschlägen im Gegensatz zu Gebieten nördlich des Alpenhauptkamms - ließen auch die Qualität bei Tafelobst gut bis sehr gut werden. In trockenen Gegenden gab es eine gute Apfel-Ernte dank Bewässerung.

Mancherorts hat allerdings Hagel trotz Schutzmaßnahmen die Ernte beeinträchtigt. Bio-Äpfel würden sich sehr gut verkaufen, allerdings sei der Markt für konventionelle Ware angespannt. In Europa wurden teils Rekordernten eingefahren, so wurden in Polen 4,48 Mio. Tonnen Äpfel (2017: 2,87 Mio. Tonnen) gepflückt. Auch kleine Länder wie Belgien verzeichneten 217.000 Tonnen (2017: 88.000 Tonnen). In Deutschland wird die heurige Apfelernte auf 1,1 Millionen Tonnen geschätzt - das wären knapp 17 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Mit 2018 ist man in der Grünen Mark fast wieder auf der Rekorderntemenge des Jahres 2011 mit 199.000 Tonnen. Nur 2014 mit 188.000 Tonnen bzw. 2009 mit 185.000 Tonnen waren die Ernteergebnisse bei "Frisch, saftig, steirisch" ebenfalls ähnlich hoch. In den beiden Krisenjahren 2016 und 2017 ließen späte Fröste im April und Mai die Apfelblüte in weiten Teilen der Steiermark ausfallen, dazu kamen Wetterereignisse wie massiver Hagelschlag und Stürme, die Bäume zerbrechen ließen und Schutznetze beschädigten. 2016 bzw. 2017 wurden nur 40.000 Tonnen bzw. 67.000 Tonnen Ernte an steirischen Äpfeln eingefahren.

Auch in Niederösterreich könne man heuer mit ruhigem Gewissen von einer "überdurchschnittlichen" Apfelernte reden, sagte ein Sprecher der Landwirtschaftskammer Niederösterreich auf APA-Anfrage. Aktuelle Zahlen liegen zwar noch nicht vor. Speziell im Streuobstbau liege die Ernte aber über den Erwartungen, hier seien zudem noch rund zwei Wochen Zeit, um das Resultat aufzufetten. Auch mit dem bisherigen Ertrag aus dem Erwerbsobstbau zeigte sich die Landwirtschaftskammer zufrieden - hier sei die Ernte allerdings schon "in den letzten Zügen".

Prekär ist laut Landwirtschaftskammer aber immer noch die Preissituation: Im Bereich Industrie-Pressobst ist der Preis extrem niedrig. Bei Tafelobst bekomme ein Obstbauer nur die Hälfte seiner Kosten herein. Da auch in heimischen Hausgärten der Apfelwuchs heuer sehr gut sei, müsse man mit einer geringeren Nachfrage der Haushalte rechnen.

(APA)

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